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Wiener Tiergarten fördert Waldrappen-Flugtraining

Der Tiergarten Schönbrunn unterstützt seit 2002 das EU Life-Projekt für Waldrappe.
Der Tiergarten Schönbrunn unterstützt seit 2002 das EU Life-Projekt für Waldrappe. ©Helena Wehner/Tiergarten Schönbrunn
Derzeit lernen über 35 Waldrappe aus europäischen Zoos in Süddeutschland das Fliegen für ihre Reise in den Süden. Der Wiener Tiergarten Schönbrunn unterstützt und koordiniert das EU Life-Projekt seit 2022.
Waldrappen lernen fliegen

Für die diesjährige Kolonie geht es, anders als für ihre Vorgänger, nicht in die Toskana, sondern nach Andalusien. Grund dafür ist der Klimawandel. "Durch die wärmeren Temperaturen im Herbst treten die Vögel ihre Reise in den Süden immer später an. An den Alpenpässen finden sie dann keine geeignete Thermik mehr vor", teilte der Tiergarten Schönbrunn am Mittwoch mit.

Tiergarten Schönbrunn fördert Flugtraining für Waldrappen

"Da Waldrappe auf Aufwinde angewiesen sind, um die Alpen zu überqueren, schaffen es viele Vögel nicht mehr über die Pässe. Eine Reise nach Andalusien würde dieses Problem umgehen", erläuterte Johannes Fritz, Leiter des EU LIFE-Projekts zum Waldrapp, das vom Zoo Schönbrunn unterstützt und seit 2022 koordiniert wird.

Jungvögel können in Spanien in Waldrapp-Kolonie integriert werden

In Spanien können die Jungvögel in eine dort ansässige, sesshafte Waldrapp-Kolonie integriert werden. Zur Brut sollten sie wieder in das nördliche Alpenvorland zurückkehren, so die Hoffnung der Forscher. Die Inspiration für die Destination lieferte ein in Schönbrunn aufgezogenes Waldrapp-Männchen, das auf dem Weg nach Italien mehr als 2.000 Kilometer weiter in Spanien landete. Die Tiere müssen dafür fast die dreifache Strecke zurücklegen. Bis Ende 2024 soll in einer Machbarkeitsstudie die Eignung dieses Gebiets weiter eruiert werden.

Reise für Waldrapp-Jungtiere soll in rund zwei Wochen starten

In rund zwei Wochen soll die Reise für die heurigen Jungtiere losgehen. Zuvor ist im süddeutschen Bundesland Baden-Württemberg regelmäßig ein gelber Gleitschirm am Himmel zu sehen, gefolgt von lauten Rufen der 35 skurrilen Vögel. In Zoos geschlüpfte Waldrapp-Küken werden auf zwei menschliche Ziehmütter geprägt und mittels Ultraleichtfliegern in ihr Überwinterungsgebiet geführt. So sollen die Waldrappe ihre Zugroute lernen und in Zukunft selbstständig zwischen ihrem Überwinterungsgebiet und ihrem Sommerquartier migrieren. Ein aufwendiges Unterfangen, das laut Zoo Schönbrunn überaus wichtig ist: Denn im 17. Jahrhundert wurde der Waldrapp in Europa ausgerottet. Seit 2004 wurden 277 Waldrappe durch menschengeführte Migrationen ausgewildert.

(APA/Red)

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