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"Wiener Tafel" startet Initiative gegen Lebensmittelmüll

Obst und Gemüse zählen zu den Lebensmitteln, die am häufigsten weggeworfen werden.
Obst und Gemüse zählen zu den Lebensmitteln, die am häufigsten weggeworfen werden. ©APA/Georg Hochmuth
Jährlich werden 760.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Dabei wären rund drei Viertel noch verwertbar. "Wiener Tafel" und Danone bieten nun Workshops zur Sensibilisierung bei Lebensmittelverwendung an.

In Österreich werden jährlich 760.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen, wobei drei Viertel davon als vermeidbar gelten. In einer am Mittwoch präsentierten aktuellen Umfrage gab mehr als die Hälfte der Befragten an, Lebensmittel aus Unsicherheit darüber, ob sie noch genießbar sind, zu entsorgen. Ein neuer Workshop von “Wiener Tafel” und Danone soll Jugendliche für das Thema sensibilisieren.

206.000 Tonnen Privatmüll pro Jahr in Österreich

Laut der Umfrage, die im Sommer unter 1.000 Österreichern durchgeführt wurde, werden das Ausmaß und der eigene Beitrag zur Lebensmittelverschwendung unterschätzt: 42 Prozent der Befragten behaupteten, gar keine Lebensmittel wegzuschmeißen, 46 Prozent gaben an, ein bis zwei Lebensmittel pro Woche wegzuwerfen. “Das stimmt nicht mit der Statistik überein”, sagte Sigrid Eckhardt von Danone im Rahmen der Präsentation der Initiative “Wiener Tafel-Sensorik-Labor”.

Weltweit werde rund ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen, auch in Österreich liege der Anteil bei etwa einem Drittel, berichtete Eckhardt. 36 Prozent der entsorgten Lebensmittel entfallen auf private Haushalte – das sind 206.000 Tonnen pro Jahr.

Obst, Gemüse, Brot und Milchprodukt am häufigsten im Müll

Am häufigsten landen Obst und Gemüse, Brot und Milchprodukte im Müll. 52 Prozent der Befragten entsorgen Lebensmittel aus Unsicherheit über die Genießbarkeit des Produkts, 20 Prozent wegen falscher Lagerung und 18 Prozent wegen Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums. Obwohl drei Viertel der Befragten wissen, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Ablaufdatum ist, wird dieses Wissen also oft nicht angewendet.

“Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nur ein optimales Verbrauchsdatum, hat aber mit Schlechtwerden nichts zu tun”, betonte “Wiener Tafel”-Obmann Herbert Herdlicka. Er arbeite daran, dass “dieses Datum in den Hintergrund rückt und Schmecken, Kosten und Riechen in den Vordergrund tritt”.

Junge Menschen werfen am meisten weg

Am häufigsten werfen junge Menschen Lebensmittel weg. An diese Zielgruppe richtet sich auch die neue Initiative von “Wiener Tafel” und Danone. Im “Wiener Tafel-Sensorik-Labor”, das für Zwölf- bis 16-jährige angeboten wird, steht die Schulung der eigenen Sinneswahrnehmung im Vordergrund.

In den Workshops, in denen die richtige Lagerung von Lebensmittel gelehrt wird und Produkte auf ihren Reifegrad hin verkostet werden, erfahren die Jugendlichen unter anderem, dass Joghurt meist noch Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar ist, dass Äpfel nicht neben anderem Obst gelagert werden sollten oder dass Tomaten, Kartoffeln und Zwiebel nichts im Kühlschrank zu suchen haben.

(APA/Red)

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