Wiener sammelten bisher eine Million Tonnen Kompost

Aus dem in Wien gesammelten Biomüll wird der "Gute Grund" der MA48.
Aus dem in Wien gesammelten Biomüll wird der "Gute Grund" der MA48. ©HOUDEK/PID
Eine Million Tonnen Kompost - diese Menge wurde seit Einführung der Bio-Abfall-Sammlung 1991 in Wien bisher produziert. Das entspricht 41.000 vollgefüllten Müllautos.

Der in den Biotonnen gesammelte Bio-Abfall wird im Kompostwerk Lobau, der größte Behandlungsanlage Europas für biogene Abfälle mit offener Rotte, zu hochwertigem Kompost, der auch im Biolandbau eingesetzt werden kann. "Die Verwertung der Biotonnen trägt auch entscheidend zum Klimaschutz in Wien bei. So werden durch die Kompostierung und der Kompostanwendung 9.000 Tonnen CO2 eingespart", so Umweltstadträtin Ulli Sima.

Jährlich bis zu 50.000 Tonnen Kompost

1 Million Tonnen produzierter Kompost entspricht etwa dem Gewicht von 41.000 Stück mit Abfällen gefüllten Müllsammelfahrzeugen, 1.500 Wiener Riesenrädern oder 100 Eiffeltürmen. In Volumen ausgedrückt wäre dies der Inhalt von 220 olympischen Schwimmbecken. Ausgangsstoff sind die Garten bzw. Küchenabfälle aus Wiens Gärten bzw. Grün- und landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt Wien. Seit 1991 wurden mehr als 2,7 Millionen aufbereiteter biogener Abfälle kompostiert. Jährlich werden 100.000 Tonnen Gartenabfälle im Kompostwerk Lobau angeliefert, aufbereitet und in rund 8 bis 10 Wochen zu Kompost verwandelt. Jährlich entstehen 45.000 bis 50.000 Tonnen Kompost.

Kompost als natürlicher Dünger und Bodenverbesserer

Die Natur zeigt am Beispiel von Boden und Pflanze ein nahezu perfektes Recycling-Modell. Jeder Eingriff in das Ökosystem, wie einseitige Bodenbearbeitung, Monokulturen oder Entzug von organischer Erntemasse, verändert dieses Gleichgewicht. Der Humusschwund beträgt im Wiener Bereich zwei bis vier Tonnen pro Hektar und Jahr. Komposte aus organischen Abfällen gleichen dies nicht nur aus, sie dienen auch als Nährstoffträger beziehungsweise als Düngemittel, wenn auch mit einer anderen Wirkung als mineralischer Dünger. So ist der Kompost als Langzeitdünger einsetzbar, im Gegensatz zur kurzzeitigen Nährstoffsteigerung durch Mineralstoffdünger.

Durch die strukturellen Eigenschaften wirkt sich der Kompost positiv auf die Bodenstruktur aus. Dadurch verbessern sich der Wasserhaushalt, die Durchlüftung und die Durchwurzelbarkeit des Bodens.

Wiener Kompost als Klimaschützer

Die Anwendung von Kompost trägt wesentlich zur Verringerung der klimarelevanten Gasemissionen bei. Im Vergleich zum konventionellen Landbau können in der Biolandwirtschaft (mit Kompostdüngung) bis zu 3,4 t CO2-Äquivalent pro Hektar und Jahr eingespart werden: Bei Verwendung von Kompost als Dünger und Bodenverbesserungsmittel bilden sich sogenannte Kohlenstoffsenken, wodurch es zu einer langfristigen Fixierung von Kohlenstoff im Boden und einer Verringerung von CO2- Emissionen kommt. Auch die Substitution von mineralischen Düngern und von Pflanzenschutzmitteln durch Kompost wirkt sich positiv auf den Klimaschutz aus. Des Weiteren sind die Emissionen von Lachgas im biologischen Landbau (unter Anwendung von Kompost als Düngemittel) um 85 % niedriger als es im konventionellen Landbau. In Summe werden durch die Kompostanwendung 9.000 Tonnen CO2 eingespart.

Gratis Kompost auf den Wiener Mistplätzen

Bis zu einem halben Kubikmeter Kompost kann je nach Verfügbarkeit auf den Mistplätzen kostenlos abgeholt werden, mit Ausnahme der Mistplätze Landstraße, Ottakring und Stammersdorf. Größere Mengen Komposterde (Mischung aus Kompost, Donausediment und Sand) werden auch entgeltlich an Kleingartenvereine oder private GartenbesitzerInnen zugestellt.

Der Wiener Kompost wird u.a. auch für landwirtschaftlich genutzte Flächen der Abteilung Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien, eines der größten Bio-Betrieben Österreichs, sowie in Wiener Parkanlagen eingesetzt.

Kompost ist auch ein wichtiger Bestandteil für die Herstellung von Spezialerden, beispielsweise für die Produktion der torffreien 48er-Gartenerde "Guter Grund". Diese Erde besitzt das Österreichische Umweltzeichen und kann von März bis Oktober auf allen Wiener Mistplätzen in 18 bzw. 40-Liter Säcken gekauft werden.

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