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Wiener Rotlicht-Chef neuerlich in Beugehaft

Die Wiener Polizei meint es ernst mit ihrem harten Kurs gegenüber aufmüpfigen Rotlicht-Bossen:

Jener Bordellbetreiber, der seit einem Jahr konsequent die Schließung seines laut Polizei illegalen Betriebes verweigert, sitzt neuerlich in Beugehaft – zum dritten Mal und diesmal für zwei Wochen. Flankierend führt die Polizei verstärkte Kfz-Kontrollen im Stuwerviertel durch, um kurvende Freier zu vertreiben.

„Er ist auch nach der zweiten Inhaftierung dem behördlichen Auftrag nach Schließung des Lokales nicht nachgekommen, also haben wir ihn erneut eingesperrt. Und das werden wir bei Bedarf auch weiterhin tun“, kündigt Peter Goldgruber, Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizeilichen Abteilung der Wiener Polizei, gegenüber der APA an.

Als Grundlage für die Beugehaft gilt das Verwaltungs-Vollstreckungsgesetz. Dieses sieht zur Durchsetzung behördlicher Auflagen Zwangsmaßnahmen in Form von Freiheitsentzug vor, mit zuerst einer Woche, dann zehn Tagen, 14 Tagen, drei Wochen und schließlich vier Wochen als „Höchstsatz“. Dieser kann in Folge bei Bedarf praktisch ohne Beschränkung immer wieder verhängt werden. Befolgt der Betreffende nach seiner Freilassung die behördlichen Auflagen wieder nicht, wird er innerhalb von 48 Stunden erneut eingesperrt.

Das umstrittene Lokal in der Stuwerstraße sorgt seit mehr als einem Jahr für Unmut bei Behörden und Anrainern. Der Betreiber hat laut Polizei weder eine Lizenz für einen Barbetrieb, noch für die Zimmervermietung – dennoch werden im Etablissement ganz offen Liebesdienste angeboten. Mit Tricks wie Gründung einer Partei (samt Parteilokal, Anm.) oder der Anmeldung von Wohnbedarf hat der Mann es bisher immer wieder geschafft, die Behörden kurzfristig zu verunsichern. „Damit ist es jetzt vorbei, wir werden ja sehen, wer den längeren Atem hat“, sagt Goldgruber. Derzeit ist das Lokal geöffnet, als ob nichts passiert wäre: Die Polizei vermutet, dass die Frau des Betreibers das Geschäft weiterführt.

Daher führt die Verkehrsabteilung in den nächsten Wochen auch flankierende Schwerpunktaktionen im Grätzel durch. „Hier geht es um dicht bebautes Gebiet, teils sogar um Wohnstraßen, wo im Kreis fahrende Freier wirklich nichts verloren haben“, betont Goldgruber. Ziel der Kontrollen sei es, die Freier mit Fahrzeug- und Alkoholkontrollen abzuschrecken. „Viele biegen bereits ab, wenn sie uns sehen und publizieren das auch umgehend in den einschlägigen Internet-Foren“, weiß Goldgruber. Im 15. Bezirk, rund um den Westbahnhof, hatte man im Vorjahr mit ähnlichen Schwerpunkten nachhaltigen Erfolg. Die vorher ausufernde illegale Prostitution dort konnte damit bis heute auf ein erträgliches Maß eingedämmt werden.

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