Wiener Rathausfrau: Das Ergebnis ist da

Im Februar haben die Wiener Grünen den Ideenwettbewerb für eine Rathausfrau - als Ergänzung zum bekannten Rathausmann - gestartet. Am Mittwoch haben sie im Wiener Rathaus das Ergebnis präsentiert.
zum Vienna LIVE Video...
Vorbericht: Das Siegerprojekt
Video: Rathausfrau gesucht

Seit Mittwoch steht die von den Wiener Grünen in Auftrag gegebene Symbolskulptur für die Gleichberechtigung der Frauen – eine Rathausfrau als weibliche Entsprechung des traditionellen und weithin bekannten Wiener Rathausmannes auf der höchsten Turmspitze – im Arkadenhof des Wiener Rathauses.

Die Figur wurde von der Künstlerin Angelika Rattay geschaffen. Ihr Entwurf hatte sich beim grünen Ideen-Wettbewerb bis April gegen 60 Konkurrenten durchgesetzt. Unter dem Titel “Rathausfrau mit Tasche” wurde die leichtfüßige Frauenfigur nun fertiggestellt – und zwar trotz ihres luftigen Äußeren aus handfestem Altstahl.

“117 Jahre Alleinherrschaft eines Mannes über das Rathaus sind genug”, gab die nicht amtsführende Stadträtin Monika Vana von den Wiener Grünen – Frauenbeauftragte ihrer Partei – bei der Präsentation im Arkadenhof des Rathauses die kämpferische Parole aus. Als Symbol des Kampfes gegen den gerüsteten, mit 117 Jahren nicht mehr ganz jungen Kämpfer auf dem Dach agiert nun die frisch enthüllte, 2,3 Meter große und dabei nur 90 Kilo schwere Rathausfrau zu ebener Erde. Ihr genauer Standort ist freilich noch nicht sicher. Falls sich kein geeigneter Dauerplatz finden sollte, will der grüne Klub die Dame aufnehmen.

Selbstvertrauen hat die Rathausfrau: In die Tasche, die sie bei sich trägt, hat sie die ganze Stadt gesteckt.

Frauenquote

Hinter der eher symbolischen Aktion steht natürlich auch ein ernster Gedanke: Die Skulptur untermauert die Forderung nach Durchsetzung einer gleichmäßigen Frauenquote auf allen Ebenen im Wiener Rathaus. Dort sind zwar nicht nur die geforderten 50 sondern sogar 57 Prozent der Angestellten weiblich, das gilt aber nicht für die Spitzenposten. Abhängig davon, wo man die Grenze zwischen Spitze und Rest zieht ist die Zahl natürlich unterschiedlich, in der Aufteilung, der die Grünen folgen, sind es 30 Prozent Frauen in Spitzenposten.

In den ausgegliederten Unternehmen seien es gar nur zehn Prozent, kritisierte Vana. Auch würden Mitarbeiterinnen der Stadt um rund 20 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 1. Bezirk
  • Wiener Rathausfrau: Das Ergebnis ist da
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen