Wiener Präsenzdiener von Auto erfasst und getötet: Steirer angeklagt

Drei Präsenzdiener waren im vergangenen Oktober zu Fuß auf dem Weg in die Kaserne im südsteirischen Straß gewesen, als ein Pkw ungebremst in die Gruppe raste.

Ein 22-jähriger Wiener starb kurz nach dem Unfall, die beiden anderen Rekruten wurden verletzt. Am Montag stand ein 30-jähriger Steirer deswegen in Graz vor Gericht. Er gab an, er könne sich an nichts erinnern, schuldig fühlte er sich aber nicht. Der Prozess wurde vertagt.

Der angeklagte Steirer, der sich wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen verantworten musste, zeigte keinerlei Schuldgefühle. Er hatte bei dem Unfall rund zwei Promille Alkohol im Blut: “Ich weiß nicht, wie der Alkohol ins Blut kommt, außerdem war die Blutabnahme menschenrechtswidrig”, so seine Aussage. Dass ein Pkw vor ihm der Fußgängergruppe problemlos ausweichen konnte, beeindruckte den Angeklagten auch nicht weiter. “Sie fühlen sich nicht schuldig und fragen sich, wieso die überhaupt auf der Straße gegangen sind, nicht wahr?”, fragte Richter Helmut Krischan.

Der Beschuldigte – übrigens ein Berufskraftfahrer – hatte zuvor bereits zwei Unfälle mit einem Lkw verursacht. Diesmal war er mit zwei Kollegen auf Sauftour in der Südsteiermark gewesen. Was sich bei dem Unfall genau abgespielt hatte, konnte keiner mehr sagen. “Irgendwer hat irgendwas geschrien, dann war es zu spät”, erzählte einer der Beifahrer vor Gericht.

Der Richter will nun – drei Monate nach dem Unfall – das Auto des Angeklagten von einem Verkehrssachverständigen überprüfen lassen. Die Verhandlung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

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