Wiener Polizei fürchtet Computer-Kollaps

Die Polizisten fürchten um ihre Präsenz auf der Straße.?
Die Polizisten fürchten um ihre Präsenz auf der Straße.? ©APA
Ab Montag, den 28. März, wird die Elektronische Dienstdokumentation für die Wiener Polizei verpflichtend. Die Exekutive fürchtet durch das neue System einen gewaltigen Mehraufwand für die Beamten. Das Innenministerium beruhigt.

“Ab Montag könnten Kriminelle in Wien leichtes Spiel haben”, warnt der Vorsitzende der Personalvertretung der Wiener Polizei, Harald Segall. Er fürchtet, dass die Polizisten, die am Computersystem der Elektronischen Dienstdokumentation (EDD) kaum eingeschult sind, regelrecht an den Schreibtisch gefesselt werden. Dass die Kriminellen in Wien ab Montag nahezu freie Hand hätten, lässt Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, nicht gelten: „Das neue System ist in anderen Bundesländern bereits eingeführt, für jeden Beamten ist eine Einschulungszeit von vier Stunden vorgesehen, auch in Wien. Das entspricht einer beruflichen Fortbildung, wie in jedem anderen Beruf auch.“

Mit Erfahrungen der Wiener Polizei kann System verbessert werden

Einige Polizisten wurden am neuen System schon eingeschult, sie lassen kaum ein gutes Haar daran: „Dieses EDD-Programm ist in seiner Form und Fülle dazu bestimmt, die Kollegenschaft an den Computer zu fesseln, damit ja alles eingetragen wird. Ferner ist das Schriftbild sehr klein und sehr unübersichtlich“, so die Polizisten. „Weiters sind die einzutragenden Aufträge wie ein Fußstreifendienst erst mühsam in einem Unter-Untermenü zu suchen.“, kritisieren die Beamten weiter. Gollia beruft sich auch in diesem Punkt auf die Erfahrungen aus den übrigen Bundesländern: „Die Dienststellenleiter bekommen aber so einen Überblick in welchen Bereichen ihre Beamten eingesetzt sind und können gegebenfalls ihr Kräfte optimieren.“ Jetzt wird das neue System in der Praxis in Wien getestet: „Wenn es berechtigte Kritik seitens der Polizisten gibt, werden wir das System natürlich optimieren.“ verspricht Gollia.  

 

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