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Wiener NEOS: Mitgliederversammlung zur Landessprecher-Wahl

Am Samstag findet die Landesmitgliederversammlung der NEOS statt.
Am Samstag findet die Landesmitgliederversammlung der NEOS statt. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Am Samstag findet dei Landesmitgleiderversammlung der Wiener NEOS statt. Rund 160 Mitglieder und Sympathisanten trafen sich laut Veranstaltern in der Albert Hall im achten Bezirk, um einen neuen Landessprecher zu wählen.

Als einziger Kandidat hat sich Klubchef Christoph Wiederkehr beworben.

Zum Auftakt des Treffens unter dem Motto “Die Reise geht weiter” wird Noch-Landessprecherin Beate Meinl-Reisinger, die im September in den Nationalrat wechselte, eine Rede halten. Im Anschluss erfolgt die Wahl des neuen Landessprechers. Am Nachmittag werden außerdem sein Stellvertreter – für diese Funktion kandidiert Wirtschaftssprecher Markus Ornig – sowie das restliche Landesteam gekürt.

Die Mitgliederversammlung findet ab 10.00 Uhr in der Albert Hall im achten Bezirk statt. Am Programm stehen neben der Wahl des Landessprechers sowie des gesamten Landesteams die Verabschiedung von Meinl-Reisinger und eine Rede des neuen Landessprechers.

Meinl-Reisinger blickte in Abschiedsrede zurück

Die scheidende Landessprecherin Beate Meinl-Reisinger hat am Samstag bei der Mitgliederversammlung der Wiener NEOS auf die Anfänge der Landespartei zurückgeblickt. Dabei bezeichnete sie die Wien-Wahl 2015 als Schicksalsfrage für die damalige Jung-Partei, nun sieht sie NEOS wien- und bundesweit als die Oppositionspartei schlechthin. Zum Abschied erntete sie von den Mitgliedern Standing Ovations.

“Es war ein Kampf David gegen Goliath”, blickte Meinl-Reisinger auf die Wiener Gemeinderatswahl 2015 zurück, bei der die NEOS aus dem Stand 6,2 Prozent erhielten. Es sei damals nicht nur eine Ehrensache gewesen, sondern vor allem eine Schicksalsfrage.

Im heurigen September zog die erste Wiener NEOS-Landessprecherin in den Nationalrat ein, wo die “Debattenkultur und die Qualität der Debatte” nicht “wesentlich besser” sei als im Wiener Gemeinderat. Auch hätte sie sich Anfang des Jahres nicht gedacht, dass “ich nun hier stehe und das Zepter übergebe”, sagte Meinl-Reisinger. Ihrem 28-jährigen Nachfolger Christoph Wiederkehr sprach sie ihr Vertrauen aus und attestierte ihm “Mut, Fleiß, Empathie und die Fähigkeit zu führen”.

Meinl-Reisinger unternahm in ihrer Abschiedsrede eine “kleine Reise” zu den Anfängen, als nur “70 oder 80 Leute” sich getroffen und beschlossen hätten, “jetzt tun wir was”. Seither hätten sich die NEOS in Wien sowie auf Bundesebene als Oppositionskraft durchgesetzt. Dabei wolle die Partei ein “Sinn- und kein Machtangebot” liefern und dem Populismus den Kampf ansagen. Man dürfe den “Stammtisch nicht in die Politik holen”, damit würde eine “rote Linie überschritten”, betonte sie.

Zudem übte Meinl-Reisinger Kritik an der Wiener Sozialdemokratie, denn: “Die Dicke des Filzes ist doch bedeutend stärker als wir gedacht haben. Überall, wo man in Wien den Deckel aufgehoben hat, hat man gesehen, dass eine Partei zu lange an der Macht ist.” Dafür erntete die Parteichefin lauten Applaus von den Wiener Mitgliedern.

Auch mit Kritik an Brüssel sparte Meinl-Reisinger in ihrer Rede in der Wiener Albert Hall nicht, denn in Europa gäbe es ebenfalls ein “verzopftes altes System von Parteien, die ein Machtsystem daraus gemacht haben”. Der “Anschluss an die Menschen” sei zudem längst verloren gegangen. Man müsse hier gegen “spalterische, nationalistische, populistische und sogar rechtsextreme Kräfte” vorgehen. Für einen Spitzenkandidaten haben sich die NEOS noch nicht entschieden, die Kandidatensuche wurde aber bereits gestartet.

(APA/Red)

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