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Wiener Mutter-Kind-Heim überfallen: Paar zu elf Jahren Haft verurteilt

Das Urteil ist rechtskräftig.
Das Urteil ist rechtskräftig. ©APA
Am Donnerstag wurde ein junges Paar rechtskräftig zu elf Jahren Haft verurteilt. Sie haben gemeinsam ein Wiener Mutter-Kind-Heim überfallen und eine Mitarbeiterin schwer verletzt.

Wegen schweren Raubes sind ein 29-jähriger Mann und seine um drei Jahre jüngere Ehefrau am Donnerstag am Wiener Landesgericht rechtskräftig zu jeweils elf Jahren Haft verurteilt worden. Die beiden waren übereingekommen, ein Mutter-Kind-Heim der Caritas Socialis zu überfallen, in dem sie untergekommen waren. Dabei erbeuteten sie 9.500 Euro. Eine Mitarbeiterin wurde schwer verletzt.

29-Jähriger verletzte Mitarbeiterin bei Raub schwer

Die mittellose Frau hatte mit ihrem Baby Aufnahme in dem Heim gefunden. Mit Wissen und Billigung der Heimleitung durfte ihr Ehemann immer wieder in ihrem Zimmer übernachten. Nachdem der 29-Jährige beobachtet hatte, dass im Büro der Einrichtung größere Geldbeträge in einem Safe aufbewahrt wurden, kam er auf die Idee, sich den Inhalt zuzueignen.

Wie der bereits wegen Raubes vorbestrafte Mann nun einem Schöffensenat (Vorsitz: Elisabeth Reich) erklärte, ließ sich seine Frau in der Einrichtung zunächst einen offiziellen Gesprächstermin geben. Zur festgelegten Zeit tauchte am 16. November 2019 dann jedoch der 29-Jährige auf, wobei er sich zuvor im Keller des Gebäudes umgezogen und mit einem Schal und einer Wollhaube vermummt hatte, um nicht erkannt zu werden. Er steckte auch ein Küchenmesser ein.

Während er damit in den Büroräumlichkeiten eine Mitarbeiterin bedrohte und Geld forderte, stand seine Frau draußen Schmiere, um sicherzugehen, dass ihr Partner nicht gestört wurde. Die bedrohte Mitarbeiterin legte dem bewaffneten Mann ein dickes Banknotenbündel - Geld des Heimträgers und Ersparnisse von Heimbewohnern, die aus Sicherheitsgründen im Safe verwahrt wurden - auf den Tisch. Danach griff sie - offenbar in Panik - zu ihrem Handy. Darauf schlug der 29-Jährige mit Fäusten und dem Messer auf sein Opfer ein. Er fügte der Frau eine Schnittwunde am Jochbein und einen Durchstich am rechten Oberarm zu, ehe er mit der Beute flüchtete.

Paar konnte über DNA-Spuren ausgeforscht werden

Das Geld verbrauchte das Paar zum größten Teil, indem sie sich in einem teuren Hotel einmieteten. Der 29-Jährige platzierte außerdem Sportwetten. Ausgeforscht wurden die beiden über DNA-Spuren, die der Mann an der Bekleidung des Opfers hinterlassen hatte. Aufgrund seiner Vorstrafen fand sich ein passender Treffer in der DNA-Datenbank.

Die Angeklagten bekannten sich schuldig. "Ich hatte sehr viele Schulden bei ein paar Leuten. Ich wusste nicht, woher ich das Geld nehmen soll", gab der 29-Jährige zu Protokoll.

Bei einer Strafdrohung von fünf bis 15 Jahren erschienen dem Senat jeweils elf Jahre Haft schuld- und tatangemessen. "Sie haben das ausgenutzt, dass man ihnen dort helfen wollte und sie aufgenommen hat. Das ist unglaublich unwertig", hielt die Vorsitzende in der Urteilsbegründung fest. Obwohl das Ehepaar von der Strafhöhe geschockt wirkte, nahmen sie nach Rücksprache mit ihrem Verteidiger von Rechtsmitteln Abstand.

(APA/Red)

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