Wiener Musikverein feiert sein Jubiläum mit vier neuen Sälen

Der Musikverein startet mit dichtem Programm in den Herbst.
Der Musikverein startet mit dichtem Programm in den Herbst. ©APA
Offiziell startet die Saison im Wiener Musikverein mit einem Konzert der Wiener Philharmoniker am Donnerstagabend. Aber auch unterhalb des Goldenen Saals, in den vier neuen Sälen, lässt die neue Saison nicht mehr lange auf sich warten - zumal man dort zehnjähriges Bestehen feiert.

“Die Gesellschaft der Musikfreunde feiert immer Jubiläum”, zeigte sich Intendant Thomas Angyan bei der Präsentation der neuen Saison frohgemut. Und so hat man eigens für die Jubiläumssaison fünf Zyklen aufgelegt, die renommierte Künstler in die Gewölbe bringen, die den am 20. März 2004 eröffneten Räumlichkeiten eng verbunden sind.

In der kommenden Saison wird so die Zahl der Eigenveranstaltungen um rund zehn Prozent auf 228 gesteigert. Aber auch mit der vergangenen Saison zeigte sich Angyan vollauf zufrieden. So konnte bei 210 Eigenveranstaltungen erstmals die Auslastungsschwelle von 80 Prozent überschritten werden. Hinzu kommen Proben, Kongresse oder Einführungsvorträge, was die Gesamtzahl auf 1.273 Buchungen nach oben schnellen lässt.

Namenhafte Künstler im Musikverein

Beim neuen Jubiläums-Zyklus I treten nun prominente Künstler an, die schon früh im Musikverein reüssierten, so Sopranistin Anna Prohaska zum Saisonauftakt am 29. September, Pianistin Khatia Buniatishvili im Juni 2014 oder das Klarinettenensemble “The Clarinotts” mit einem Auftragswerk von Friedrich Cerha, ebenfalls im Juni. Der Jubiläums-Zyklus II ist hingegen dem gesprochenen Wort gewidmet, wofür sich Erika Pluhar und Karl Markovics ebenso einfinden wie Andrea Eckert oder Michael Köhlmeier.

Auch unter dem Titel “Musik.Geschichten” widmet man sich dem Wort, weshalb Christian Thielemann über Wagner räsoniert (23. Oktober), Alfred Brendel eigene Werke vorträgt (18. Jänner) oder sich Herbert Föttinger und Jasminka Stancul Mörike vornehmen (10. Juni). Zwei Wahlabonnements zu Klassik & Mehr sowie Jazz & Mehr runden das Jubiläumsangebot ab.

Musikalische Schwerpunkte

Mit der Programmschiene “Atem.Kunst” verhilft man daneben der in der Stadt weniger beleumdeten Blasmusik zu Ehren, “Quartett.Impuls” holt neue Quartette abseits der Altstars auf die Bühne und unter dem Label “High.Class” setzt man die Kooperationen mit der Universität für Musik und darstellende Kunst respektive dem Konservatorium Privatuniversität fort. In diesem Rahmen wird am 11. März auch dem 100. Jahrestag des Ausbruchs des I. Weltkriegs mit einer Collage aus Oper und Operette gedacht.

Besonders gut laufen die Schienen für Kinder und Jugendliche wie “KlingKlang”, “Agathes Wunderkoffer” und “Topolina”. Mit insgesamt 239 Veranstaltungen werde man heuer erstmals mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche erreichen, freute sich Angyan. Dabei seien die Vorstellungen weitgehend bereits ausverkauft: “Wir würden gerne ausweiten – es geht aber nicht mehr.” Zusätzlich wird Ildiko Raimondi einen Workshop für Jugendliche zum klassischen Liedgut abhalten. “So weit ich weiß, gibt es so etwas noch nicht”, hob die Sängerin am Donnerstag ihre Pionierarbeit hervor.

Jubiläumswoche mit neuen Sälen

In der offiziellen Jubiläumswoche von 17. bis 22. März will man dann mit zahlreichen Künstlern die vergangenen zehn Jahre Revue passieren lassen, wobei das detaillierte Programm noch nicht veröffentlicht wird.

In jedem Falle werden übrigens die vier neuen Säle auch nach dem zehnjährigen Jubiläum ihr Attribut behalten, so Intendant Angyan.

(APA)

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