Wiener MA35 will Frau nach Syrien zurückschicken

Laut Ma 35 soll die Frau nicht in Wien bleiben.
Laut Ma 35 soll die Frau nicht in Wien bleiben. ©APA/Sujet
500 Flüchtlinge aus Syrien sollen in Österreich aufgenommen werden. Eine bereits in Wien befindliche Frau müsste nach einer Stellungnahme der MA35 allerdings nach Syrien zurückkehren und ihre hier lebende Familie verlassen. Die Begründung: Der Ehemann ist derzeit ohne Job.

Einen entsprechenden Bericht der Gratiszeitung “heute” vom Freitag bestätigte die Anwältin Astrid Wagner. Der Ehemann, ein Syrer, hat in Wien Physik studiert und bei der UNO gearbeitet. Sein erstes Kind, eine Tochter aus erster Ehe, wurde in Wien geboren.

Der Syrer ging nach Damaskus zurück. In Syrien bekam seine zweite Frau, eine technische Zeichnerin, einen Sohn. Der Mann und die Kinder haben die Doppelstaatsbürgerschaft.

Ausreise droht, weil “Mann sie nicht erhalten kann”

“Weil die Eltern in heiklen Bereichen forschten, nahm ihnen der Geheimdienst die syrischen Pässe ab”, so “heute”. Mit den österreichischen Dokumenten konnten sie aber ausreisen. Mit Hilfe des Außenministeriums, das ein bis Dezember geltendes provisorisches Visum ausstellte, konnte dann auch die Frau nach Österreich geholt werden.

Nun hat die Mutter eine “richtige” Aufenthaltsgenehmigung beantragt. “Man hat ihr zurückgeschrieben, dass das nicht geht, dass ihr die Ausreise droht, weil ihr Mann sie derzeit nicht erhalten kann”, erzählte Astrid Wagner, die die Familie vertritt. Gesetzlich sei das korrekt, aber: “Eine solche Entscheidung ist Ermessenssachen. Ich werde versuchen, humanitäre Gründe geltend zu machen.”

Korun: “Lösung finden”

“Während die Bundesregierung wegen dem blutigen Bürgerkrieg und der lebensgefährlichen Zustände in Syrien 500 Schutzsuchende aufnehmen will, soll gleichzeitig eine bereits hier lebende Syrerin ausgewiesen werden – das ist schlichtweg verrückt. Es zeigt den alltäglichen Wahnsinn unserer sogenannten “Ausländergesetze”, kritisierte die Grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun.Wien/Damaskus. “Die Mutter zweier hier lebender Kinder bekommt kein Visum und soll anscheinend in das Bürgerkriegsland zurückgeschickt werden. Im Fall dieser hochqualifizierten Frau zeigt sich, dass diese Gesetze völlig aus dem Lot geraten sind und dringend geändert gehören”, so Korun am Freitag.

“Im konkreten Fall muss für die Familie rasch eine Lösung gefunden werden. Daher appelliere ich an alle Verantwortlichen – das Innenministerium, wie auch die MA 35 – das weitere Zusammenleben dieser Familie, die ja bereits zum Großteil aus österreichischen StaatsbürgerInnen besteht, möglich zu machen”.

(APA)

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