Wiener Kaffeehäuser beklagen das Tabakgesetz

Rauchen - Wiener Kaffeehäuser warnen vor neuen Belastungen
Rauchen - Wiener Kaffeehäuser warnen vor neuen Belastungen ©APA
Wiens Kaffeehäuser macht das "unkalkulierbare Entwicklungen" rund um das Tabakgesetz Sorgen. Sie fordern eine gesetzliche Klarstellung.

Das betonten Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank und der Obmann der Kaffeehäuser, Landtmann-Chef Berndt Querfeld, am Montag in einer Pressekonferenz anlässlich des “Tags des Kaffees” am 1. Oktober. Denn die jüngste Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs vom Juni 2013 führe zu Unsicherheit unter den Gastronomen, hieß es.

Wiener Kaffeehäuser beklagen das Tabakgesetz

Laut Höchstgericht ist eine Trennung der Räumlichkeiten in Raucher- und Nichtraucherbereiche nämlich nur gesetzeskonform, wenn der Nichtraucher beim Besuch eines Kaffeehauses oder einer Gaststätte keinen Raucherraum durchschreiten muss.

Damit werde die Behördenpraxis auf den Kopf gestellt, klagte Querfeld: “Die Kaffeehausbetreiber und Gastronomen haben bei der Raumtrennung bisher viel Geld in die Hand genommen. Jetzt stellt sich heraus, dass die eine oder andere Investition verlorenes Geld ist. Und der Punkt dabei ist, dass es aus heutiger Sicht keine Planungssicherheit für die Kalkulierbarkeit neuerlicher Investitionen gibt.”

Kaffeehäuser fordern gesetzliche Regelung

Jank verwies darauf, dass die derzeitige Regelung in der Praxis gut funktioniere. Laut einer Umfrage würden zwei Drittel den österreichischen Weg des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie für gut befinden. “Auch deswegen, weil sich die allein in Wien rund 2.000 betroffenen Betriebe mit zum Teil erheblichen Investitionen in Raumabtrennungen und zusätzliche Belüftungen bemüht haben, ihren Gästen die beste Lösung zu bieten”, versicherte die Kammerchefin.

Daher sei nun von der Politik eine gesetzliche Klarstellung gefordert. “Denn die Unternehmen, die viel Geld in den gesetzlich vorgeschriebenen Umbau investiert und für den Umbau auch eine behördliche Genehmigung bekommen haben, müssen sich darauf verlassen können, dass das auch hält. Rechtssicherheit muss hergestellt werden”, so Jank.

Wiens Kafeenhäuser brauchen Tourismus

Die Bedeutung der Wiener Kaffeehauskultur wird laut Wirtschaftskammer auch durch eine aktuelle Umfrage untermauert. Wichtig sei das Kaffeehaus etwa für den Tourismus – da 87 Prozent der Wien-Gäste ein solches besuchen. Mehr als ein Drittel der heimischen Kaffeegenießer gehen demnach zwei- bis dreimal pro Woche in ein Kaffeehaus, rund 19 Prozent sogar täglich. Geändert hat sich zuletzt das Trinkverhalten: “Bevorzugte der Gast noch vor einigen Jahren einen starken Kaffee, sehen wir heute einen Wandel zum Milchkaffee”, berichtete Querfeld.

Informationen zum Tag des Kaffees in Wien

(Red./APA)

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