Wiener Innenstadt: Geschäftsleerstand seit 1996 mehr als verdoppelt

Die Wiener Innenstadt hat in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Shopping-Infrastruktur einen deutlichen Wandel erlebt. Während auf den zentralen Einkaufsmeilen Kärntner Straße, Graben und Kohlmarkt eine räumliche Lokalkonzentration zu verzeichnen war, hat sich im gesamten ersten Bezirk seit 1996 die Anzahl der leerstehenden Geschäfte von drei auf sieben Prozent erhöht.
Besonders betroffen sei das sogenannte Textilviertel rund um die Ruprechtskirche nahe dem Schwedenplatz, wo bereits ein Viertel aller Geschäftslokale nicht mehr benutzt werde. Abwandern würden vor allem jene Branchen, die nicht in das “neue Entertainment-Schema der City” passten, heißt es in der Studie. Darunter fallen neben Buchhandlungen auch Raumausstatter, Reisebüros und Bankfilialen. Allein die Sektoren (Kunst-)Handwerk und Antiquitäten hätten sich stabil gehalten.

Der Rückgang vor allem von kleineren Boutiquen ließ sich nicht nur in Randbereichen der Inneren Stadt, sondern vor allem auch bei den Hauptflaniermeilen feststellen – soll heißen: weniger, aber dafür große Geschäfte. Zudem gibt es eine zunehmende Vereinheitlichung beim Produktangebot, das immer mehr in Richtung “Fashion & Style” gehe. Lag das Angebot im “Goldenen U” 1996 dabei noch bei rund 60 Prozent, nimmt Ware aus dieser Sparte nun schon mehr als 80 Prozent der Verkaufsflächen ein. Auch die Anzahl von Restaurants und Bars hat sich in der gesamten City um ein Fünftel erhöht.

Für die Studie wurden 2.900 Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungsbetriebe nach Geschäftstyp, Verkaufsfläche und Standort beleuchtet. Die Analyse bezieht sich auf Vergleichsdaten aus dem Jahr 1996.

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