Wiener Heim-Leiterin soll Sohn (20) geimpft haben

Von vielen begehrt, von manchen gehasst: Die Coronaschutzimpfung.
Von vielen begehrt, von manchen gehasst: Die Coronaschutzimpfung. ©APA/HANS PUNZ
Eine Leiterin eines Pflegeheims in Wien soll ihren 20-jährigen Sohn mit übriggebliebenem Impfstoff geimpft haben. Leicht reizbare Menschen sind außer sich.
Impfregistrierung in Wien

In der Bundeshauptstadt Wien ist ein weiterer Fall rund um Vorreihungen bei einer Coronavirus-Impfaktion publik geworden: Laut einem Bericht der "Kronen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) sollen in einem städtischen Pflegeheim nicht nur Bewohner und Mitarbeiter, sondern u.a. auch der 20-jährige Sohn der Pflegedirektorin geimpft worden sein. Die Stadt will diese Vorreihungen mit einer eigenen Warteliste unterbinden.

Laut "Kronen Zeitung" sind in besagtem Wiener Pflegeheim überzählige Impfdosen an Personen ergangen, die nicht zu Risikogruppen gehören, wie dem Bericht zufolge auch der Gesundheitsverbund bestätigt hatte. Darunter sei auch der Sohn der Pflegedirektorin gewesen. Stunden später habe es dann laut "Krone" plötzlich geheißen, dass der junge Mann eine Krebserkrankung hinter sich habe und daher vorgereiht worden sei. Der Gesundheitsverbund wolle den Fall prüfen, hieß es weiters.

Übriggebliebene Dosen injiziert

Erst am gestrigen Dienstag ist eine ähnliche Geschichte rund um ein Seniorenheim in Floridsdorf bekannt geworden. Vorwürfen zufolge sollen Anstaltsfremde, darunter Nonnen und ein Pater aus einer benachbarten Kirche, die ein Alter um die 80 aufweisen, aber auch der Ehemann der Pflegeleiterin und eine junge Praktikantin übrig gebliebene Dosen injiziert bekommen haben.

Impfstoff nicht vergeuden

In diesem Fall betonte der Sprecher des medizinischen Krisenstabes der Stadt, dass die Vorgangsweise legal gewesen sei, da es wichtig sei, keinen Impfstoff zu vergeuden. In Zukunft soll die Verabreichung von bei Coronavirus-Impfaktionen übrig geblieben Dosen aber genau geregelt sein. Dazu wird derzeit eine Warteliste erstellt, auf die sich Impfwillige über die Online-Vormerkplattform eintragen können. Die Angemeldeten werden dabei priorisiert - etwa nach Alter oder Vorerkrankungen - und dann gemäß der Reihung gegebenenfalls spontan kontaktiert.

Außerdem wurden seitens der Stadt Kontrollen über die Einhaltung dieser Vorgabe angekündigt. Sollten Verstößen entdeckt werden, drohen Konsequenzen. Impfteams, bei denen es zu Verfehlungen gekommen ist, werden nicht mehr eingesetzt, wurde angedroht.

(APA/red)

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