Wiener Grüne wollen Bau des Lobautunnels weiter bekämpfen

Die Grünen wollen Widerstand gegen den Lobautunnel leisten.
Die Grünen wollen Widerstand gegen den Lobautunnel leisten. ©APA
Die Wiener Grünen wollen weiter gegen das Bau-Projekt "Lobautunnel" vorgehen. "Jeder Versuch, uns zum Schweigen zu bringen, wird scheitern", so Maria Vassilakou bei der Landesversammlung am Samstag. Verkehrsminister Hofer fordert deswegen ein klares Bekenntnis der Stadt Wien zum Großprojekt, da er es durch das Nein der Grünen "ernsthaft gefährdet" sieht. 
Grünes Licht für Lobautunnel
Vassilakou gegen Bau

Die Wiener Grünen haben bei der Landesversammlung am Samstag Widerstand gegen das “Milliardengrab” Lobautunnel versprochen. “Wir können da ruhig mit etwas breiter Brust auftreten”, kündigte Landessprecher Joachim Kovacs eine stärkere Abgrenzung vom Koalitionspartner SPÖ an.

Wiener Grüne wollen Widerstand gegen Lobautunnel leisten

“Der Lobautunnel ist ein Milliardengrab, verkehrstechnisch aus der Kreidezeit, umweltpolitisch ein Fiasko”, warnte Kovacs zum Auftakt des Treffens mit rund 220 Teilnehmern im Bildungszentrum der Wiener Arbeiterkammer. Die Grünen werden sich künftig bei Unstimmigkeiten stärker von der Wiener SPÖ abgrenzen, kündigte er an. Das werde die Koalition nicht gefährden, meinte er: “Eine inhaltliche Auseinandersetzung hat einer Zusammenarbeit noch nie geschadet.”

Im Leitantrag mit dem Titel “Nein zum Milliardengrab Lobau-Autobahn”, der im Rahmen der Landesversammlung beschlossen wurde, werden sowohl Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) als auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) aufgefordert, “von dem unsinnigen und milliardenteuren Prestigevorhaben abzurücken”.

Vassilakou will mit “geeinten Grünen” gegen schwarz-blaue Regierung kämpfen

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou bat ihre Parteifreunde in ihrer Rede um grünes Licht für die geplante Parteierneuerung. Um gegen den Lobautunnel, aber auch “Anschläge” durch die schwarz-blaue Bundesregierung wie die Kürzung der Mindestsicherung auftreten zu können, brauche es geeinte Grüne. “Wir haben uns zurecht vergangenen November zwei Ziele gesetzt: Wir wollen Veränderung und Erneuerung bei uns selbst und eine Öffnung erreichen”, sagte Vassilakou. “Ich möchte die Bitte an euch richten, uns diesem Prozess zu stellen, damit wir Grüne vereint, erneuert, stark und zuversichtlich diese Aufgabe übernehmen können”, appellierte sie daher.

Auch sie übte scharfe Kritik am geplanten Lobautunnel. “Es handelt sich um eine milliardenschwere Investition für ein Projekt, das vielleicht vor 20, 30, 40 Jahren State of the Art gewesen wäre”, kritisierte sie und versprach, weiterhin entschlossen dagegen aufzutreten. “Jeder Versuch, uns zum Schweigen zu bringen, wird scheitern.”

Hofer will klares Bekenntnis zum Lobautunnel von Stadt Wien

Verkehrsminister Hofer forderte in Reaktion darauf ein klares Bekenntnis der Stadt zum Großprojekt. Er sieht die “Verkehrsentlastungsmaßnahme” durch das Nein der Grünen “ernsthaft gefährdet”, wie er in einer Aussendung mitteilte. “Die Wiener Grünen machen massiv gegen das Projekt mobil. Ich muss daher möglichst schnell wissen, ob das nur eine Einzelmeinung oder die offizielle Haltung der Wiener Stadtregierung ist.”

Auch der freiheitliche Vizebürgermeister Dominik Nepp kritisierte in einer Aussendung die Haltung der Grünen: “Die Vorteile, die die Wienerinnen und Wiener mit dem längst überfälligen Bau erfahren werden, scheinen hier nicht relevant. Das Team rund um Verkehrsstadträtin Vassilakou lehnt das Projekt aus rein ideologischen Gründen ab”, meinte er.

(APA/Red)

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