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Wiener Grüne: Hebein als Vizebürgermeisterin nominiert

Hebein erhielt 94,19 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Hebein erhielt 94,19 Prozent der abgegebenen Stimmen. ©APA/EXPA/JOHANN GRODER
Mit 94,19 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde Birgit Hebein am Samstag zur Vizebürgermeisterin der Stadt Wien nominiert.

Die Wiener Grünen haben Birgit Hebein als Nachfolgerin der scheidenden Vizebürgermeisterin und Stadträtin Maria Vassilakou nominiert. 438 Delegierte votierten in der Landesversammlung für die Entsendung der Noch-Gemeinderätin in die Stadtregierung. Das waren 94,19 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Die Wahl wird am Mittwoch im Gemeinderat erfolgen. Hebein ist auch designierte Spitzenkandidatin für die Wien-Wahl 2020.

Hebein will Wien zur Klimahauptstadt machen

Vor ihrer Nominierung zur Wiener Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin präsentierte sich Birgit Hebein bei der Landesversammlung der Grünen in einer Rede den Delegierten. Hauptthema ihrer Ansprache war der Kampf gegen die Klimakrise, sie bedankte sich aber auch bei ihrer Vorgängerin.

"Maria Vassilakou hat genau das getan, was Politik tun muss, nämlich das Leben der Menschen so zu gestalten, dass es auch möglich ist. Sie hat es getan mit enormen Widerständen von allen Parteien, sie hat Stand gehalten", sagte Hebein. Auch die Frage, was der größte Unterschied zwischen Vassilakou und ihr sei, beantwortete sie: "Du hast vor neun Jahren bei Null begonnen. Ich habe jetzt definitiv das Privileg, dass ich auf deinen Erfahrungen aufbauen kann. Ich danke dir von Herzen."

Hebein will zur Zukunft beitragen

Sie trete "nicht um des Amtes willen" als Vizebürgermeisterin an, betonte sie, sondern "weil es um unsere Zukunft geht, weil ich etwas beitragen möchte". Sie habe zwei Ziele: "Ich will Wien zur ersten Stadt machen, wo es keine Kinderarmut mehr gibt und ich will Wien zur ersten Klimahauptstadt Europas machen."

Es gehe nicht darum, dass die einzelnen Menschen die gesamte Verantwortung übernehmen: "Auch ich bin nicht perfekt und ich will es gar nicht werden", sagte Hebein, die etwa verriet, dass sie mit dem Taxi zur Landesversammlung kam, weil sie zu nervös gewesen sei, um mit dem Rad zu fahren. "Sondern wir kämpfen gegen eine Politik, die ganz selbstverständlich einen Tunnel durch ein Naturschutzgebiet bauen will und wir stehen heute hier und sagen, sicher nicht mit uns", übte sie etwa scharfe Kritik am Projekt des roten Koalitionspartners, dem Lobautunnel.

"Keines unserer Kinder wird fragen, warum wir Milliarden in ein Klimarettungspaket gesteckt haben, sie werden uns fragen, verdammt noch mal, warum habt ihr es nicht gemacht", plädierte sie dafür, auch Schulden für den Klimaschutz in Kauf zu nehmen. "Niemand hat etwas davon, wenn die Menschheit mit einem Nulldefizit untergehen wird."

Grünes Wien müsse Antworten auf Klimakrise haben

Das Rote Wien habe die Antworten auf die sozialen Krisen des 20. Jahrhunderts gehabt. "Das Grüne Wien muss die Antworten auf die Klimakrise im 21. Jahrhundert finden. Helft mir dabei", appellierte sie an ihre Parteifreunde. Das Ziel für die kommenden Wahlen steckte sie hoch: So viele Menschen wie noch nie hätten in Wien zuletzt Grün gewählt, verwies sie auf die EU-Wahl. "Wir haben 20 Prozent erhalten, das ist eine Vorgabe, liebe Leute."

Ludwig gratuliert via Facebook

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) gratulierte der neuen Spitzenvertreterin seines Koalitionspartners via Facebook: "Ich kenne Birgit Hebein als eine konsequente Politikerin, die das Herz am rechten Fleck hat und ich gratuliere meiner künftigen Vizebürgermeisterin zu ihrer neuen Aufgabe und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit!"

Kritik von FPÖ und ÖVP

Kritisch reagierten FPÖ und ÖVP auf die Nominierung Hebeins: Die ÖVP kündigte in einer Aussendung an, sie am Mittwoch nicht wählen zu werden. Denn mit Hebein werde "die verantwortungslose Politik von Rot-Grün der letzten Jahre unverändert fortgesetzt", befand der nicht amtsführende Stadtrat Markus Wölbitsch. Auch FPÖ-Vizebürgermeister Dominik Nepp übte Kritik: "Anti-Autofahrer-Projekte, windige Bauvorhaben, weltfremde Willkommenskultur und explodierende Schulden" würden auch unter Hebein keinen Kurswechsel erfahren, meinte er in einer Aussendung.

(APA/Red)

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