Wiener Grüne fordern Plan gegen Sommer-Hitze in Wien

Die Grünen fordern mehr Maßnahmen gegen die Sommerhitze.
Die Grünen fordern mehr Maßnahmen gegen die Sommerhitze. ©APA/HANS PUNZ
Die Wiener Grünen fordern von der Stadtregierung einen konkreten Plan gegen die Aufheizung der Stadt im Sommer. Sie schlagen selber etwa betreute Bereiche in Parks und "Fast-Lanes" bei Bädern vor. Mit dabei sind auch die "Coolen Straßen".
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Die Wiener Grünen warnen vor den Auswirkungen der Hitze in der Stadt. Betroffen seien vor allem Kinder, Schwangere, Älter und chronisch kranke Menschen, betonten sie in einer Pressekonferenz. Die nunmehrige Oppositionspartei fordert einen "Akut-Hitzeaktionsplan". Mit dabei sind unter anderem die "Coolen Straßen", die es heuer nicht mehr geben wird.

Kritik an Wiener Stadtregierung

"Rot-Pink schläft hier komplett", konstatierte der nicht amtsführende Stadtrat Peter Kraus. Heuer stünde ein massiver Hitzesommer bevor, verwies er auf jüngste Prognosen. Er erinnerte auch an die Zahlen aus dem Jahr 2018. Damals seien 550 Hitzetote in Österreich zu beklagen gewesen. Nun seien ganz rasch Maßnahmen nötig, die man ohne großen Aufwand umsetzen könne. Kraus sprach von einer "FFP2-Maske des Klimaschutzes".

Zu den Punkten des von den Grünen urgierten Aktionsplans gehören etwa betreute Bereiche in Parks, in denen sich etwa ältere Menschen einfinden könnten, wie Umweltsprecherin Huem Otero Garcia ausführte. Auch seien Spielplätze für Kinder jedenfalls zu beschatten, wurde betont. Auch mehr Sitzgelegenheiten und Tische an beschatteten Orten werden gefordert.

Spezielle Bereiche für Obdachlose

Weiters sollte auch für obdachlose Personen entsprechende Räume geschaffen werden. So könnten etwa die im Winter angebotenen Wärmestuben zu gekühlten Aufenthaltsbereichen umfunktioniert werden, schlug die Grün-Politikerin vor. Generell sei es nötig, so befand sie, ein dem Winterpaket vergleichbares Maßnahmenbündel für wohnungslose Menschen zu Hitze-Maßnahmen im Sommer anzubieten.

Weniger Wartezeit bei Bädern

Auch die Bäder haben die Grünen im Visier. Besucher mit Kids, Schwangere oder Ältere sollten dort "Fast-Lanes" bei den Eingängen erhalten, um deren Wartezeiten zu reduzieren. Auch alle anderen Personen sollen in überdachten Zonen stehen können, fordern die Grünen. Auch eine Hitzehotline und ein Abholservice, um nicht mobilen Menschen einen Aufenthalt im Grünen zu ermöglichen, ist Teil des Pakets.

Grüne trauern den "Coolen Straßen" hinterher

Die "Coolen Straßen" werden ebenfalls vermisst. "Es handelt sich um ein Projekt, das sehr gut angekommen ist", versicherte Otero Garcia. Sie forderte eine Wiedereinführung und einen Ausbau. Die frühere Grüne Verkehrsstadträtin Birgit Hebein hatte diese ins Leben gerufen. Straßen wurden dafür temporär gesperrt und auch von parkenden Autos befreit. Die neue Verkehrs- und Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) verzichtete auf eine Fortsetzung.

Grüne gegen Naschmarkt-Markthalle

Und auch die von der Stadt ventilierte Naschmarkt-Markthalle ist den Grünen weiter ein Dorn im Auge. Der Parkplatz beim Markt soll, so fordern Grüne und Anrainerinitiativen, stattdessen in eine Grünfläche umgewandelt werden. Dass Sima kürzlich im Gemeinderat nur mehr von einer Umgestaltung gesprochen hat und nicht explizit von einer Halle, stimmt die Öko-Partei zuversichtlich.

"Ich orte ein Zurückrudern", sagte Kraus bei dem Medientermin, für den als Platz ebenfalls der Naschmarkt-Parkplatz gewählt worden war. Steht man am Areal, sind inzwischen viele gelbe Fahnen sichtbar, die von den Fenstern der umliegenden Gebäude flattern. Es handelt sich dabei um Protesttransparente der Bürgerinitiative.

(APA/red)

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