Wiener Grüne wollen viel billigere Öffi-Tickets

"Ein Euro pro Tag ist genug": Nach diesem Leitsatz wollen die Wiener Grünen die Tarife für die Wiener Linien stark senken. Dies läuft im Rahmen der Kampagne "Ein Herz für Öffi-Fahrende" ab.

Demnach soll die Tageskarte in Zukunft nur mehr einen (statt 3,40), die Wochenkarte vier (statt 14), die Monatskarte zehn (statt 49,50) und die Jahreskarte 100 Euro (statt 449 Euro) kosten. Freifahrten soll es für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Präsenz- und Zivildiener sowie Studenten und sozial Bedürftige geben.

Anlass für die Erstellung eines alternativen Tarif-Modells für die Wiener Linien war die Ankündigung von Finanzstadträtin Renate Brauner (S), ab Juli die Preise für Einzelfahrscheine und Streifenkarten zu erhöhen. In Zeiten von Wirtschaftskrise, Klimawandel und Umweltschutz sei dies das falsche Signal, erklärte die Grüne Klubobfrau Maria Vassilakou. Sie forderte das Gegenteil: “Die Öffis müssen viel, viel günstiger werden, die angekündigte Erhöhung ist eine ganz schlechte Idee.”

Die zusätzlichen Kosten für den Tarifvorschlag der Grünen würden “zunächst einmal” 250 Mio. Euro jährlich betragen. Jedoch würde diese Summe innerhalb weniger Jahre durch eine wesentlich höhere Zahl an Fahrgästen beziehungsweise durch die vermehrte Öffi-Nutzung “wieder reingespielt werden”. Finanziert werden sollen die billigeren Ticket-Preise aus dem Budget der Stadt Wien. “Es werden bereits jetzt die Wiener Linien von der Stadt mit einem bestimmten Betrag subventioniert”, so Vassilakou. Mit einem Budget von rund neun Mrd. Euro hätte die Stadt genügend Spielraum, um die Finanzierung der billigeren Tickets zu ermöglichen. “Es ist eine politische Entscheidung, real ist unser Vorschlag allemal”, sagte die Politikerin.

Der Grünen Ziel ist, die Bevölkerung durch billigere Tarife vermehrt zur Benützung von Bim, Bus und U-Bahn zu bewegen. Zur Zeit würden laut Vassilakou rund 32 Prozent der Wiener die Öffis benutzen, angestrebt werde ein Anteil von mindestes 50 Prozent. Um möglichst vielen Menschen einen Anreiz zum Umstieg zu bieten sei eine “dramatische” Preissenkung notwendig. Denn Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine nur geringe Verbilligung der Tarife nicht genügend motiviere.

 

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