Wiener Grüne wagen den Schritt zur Online-Kandidatenplattform

"Ich kandidiere" - Wiener Grüne im Netz
"Ich kandidiere" - Wiener Grüne im Netz ©Screenshot
Die Wiener Grünen standen der Frage der "Grünen Vorwahlen", einer Initiative von Online-Unterstützern, eher misstrauisch gegenüber. Die Ängste und Ressentiments scheinen abgebaut, nun gehen die Grün-Kandidaten für die Gemeinderatswahl 2010 selber auf eine Web-Plattform.

Die Wiener Grünen gehen bei der Entscheidung über die Kandidaten für die kommende Gemeinderatswahl 2010 neue Wege: Auf der ab sofort abrufbaren Website http://www.ichkandidiere.at werden in den nächsten Wochen alle Kandidaten präsentiert. Damit werde Fairness und Transparenz gewährleistet, bevor bei der Landesversammlung am 15. November die Liste per Votum fixiert wird, zeigte sich Klubobfrau Maria Vassilakou am Dienstag überzeugt. Mit der Unterstützer-Debatte habe die Initiative aber nicht direkt zu tun, betonte sie.

Durch das neue Online-Portal gebe es nun für alle Bewerber die gleichen Bedingungen. Bisher sei es nämlich für jene, die seit Jahren ein grünes Mandat bekleidet und deshalb mehr Öffentlichkeit gehabt hätten, mitunter leichter gewesen als für den Nachwuchs, einen Listenplatz zu ergattern. “Wir sind keine Partei, in der ein Chef mit wenigen hinter gepolsterten Türen die Liste bestimmt”, stellte Vassilakou in einer Pressekonferenz klar.

Bis dato haben laut Landessprecherin Silvia Nossek rund 30 Kandidaten ihr Profil auf die Internetseite gestellt, bis Ende der Frist am 25. Oktober erwartet sich die Partei bis zu 70 Bewerbungen. Vergeben werden bei der Landesversammlung insgesamt 36 Listenplätze, wobei nicht nur Parteimitglieder, sondern auch sogenannte Unterstützer wahlberechtigt sind.

“Grüne Vorwahlen”

Um diese Gruppe, die ohne Mitgliederstatus trotzdem bestimmte Rechte genießt, hatte vor Wochen eine größere Diskussion eingesetzt. Ausgelöst wurde diese von einer Reihe von Web-Initiativen wie “Grüne Vorwahlen”, durch deren Mobilisierung die Partei von Unterstützeranträgen gleichsam überflutet worden war. Eine Reihe von etablierten Grünen hatte daraufhin um ihre politische Zukunft gefürchtet. Schließlich wurden knapp 500 Schreiben positiv beantwortet. Gleichzeitig wurden im Juni die Rechte der Unterstützer leicht beschnitten. Sie dürfen nun nicht mehr bei Vertrauensabstimmungen, der sich Personen ab der dritten Kandidatur stellen müssen, mitstimmen.

Ringen um Transparenz

Die Entscheidung über eine offenere Kandidatenfindung gehe zurück auf das Jahr 2007 und habe mit dieser Debatte nichts zu tun, betonte die Klubobfrau. “Grüne Vorwahlen” und Co. hatten ihr Engagement unter anderem damit begründet, die Partei zu mehr Transparenz bei der Listenerstellung zwingen zu wollen. Mit der heute präsentierten Lösung können User, die sich im übrigen nicht registrieren müssen, neben Kurzbiografien und Bewerbungstexten auch Statements zu Plänen für Wien in zehn Jahren oder zur politischen Motivation der Kandidaten erfahren. Die Seite ist zudem mit Web 2.0-Portalen wie YouTube, Facebook oder Twitter vernetzt.

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