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Wiener Fußgängerampeln: Grüne kritisieren kurze Grünphasen

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In Wien kann das Überqueren einer Straße ein schwieriges und gefährliches Unterfangen sein - und das sogar bei Übergängen mit Fußgängerampeln.

Auf diesen Umstand haben am Donnerstag die Grünen Aufmerksam gemacht. Ihrer Ansicht nach gibt es noch immer viele Ampeln mit zu kurzen Grünphasen. Vor allem für ältere Menschen führe dies oft zu Verunsicherung, kritisierte die Landessprecherin der Wiener Grünen, Birgit Meinhard-Schiebel.

Um ihre Kritik zu untermauern, statteten Grün-Politiker am Donnerstag einer der inkriminierten Kreuzungen einen Besuch ab. Und tatsächlich: Bei der Einmündung der Nußdorfer Straße in den Gürtel haben Fußgänger keine Chance, die Fahrbahn während der Grünphase in einem Stück zu überqueren. Schon nach wenigen Sekunden beginnt die Ampel grün zu blinken. Auch bei flottem Gang schaffen es Fußgänger gerade bis zum Mittelstreifen bzw. zu einer dort befindlichen Straßenbahnhaltestelle. Wollen sie weitergehen, können sie das nur bei Rot tun.

Ist ihnen das zu riskant, müssen sie auf die nächsten Grünphase warten. Noch schwieriger ist die Überquerung bei der nächsten Fußgängerampel stadtauswärts: Bei der Fußgängerampel unterhalb der U-Bahn-Brücke gibt es keine „rettende“ Haltestelle. Fußgänger, die nicht bei Rot weitergehen wollen, müssen im Gleisbereich warten.

Der betroffene Kreuzungsbereich ist laut den Wiener Grünen kein Einzelfall. Ähnlich problematische Fußgängerampeln gebe es in ganz Wien, versicherte Grün-Gemeinderat Rüdiger Maresch. Meinhard-Schiebel gab zu bedenken, dass 57 Prozent der in Wien im Verkehr getöteten Fußgänger älter als 64 Jahre sind: „Bei manchen Fußgängerübergängen müssen Ältere oder Menschen mit Bewegungseinschränkung im wahrsten Sinn des Wortes um ihr Leben laufen.“

Die Grünen fordern darum von der Stadt Wien nicht nur die Verlängerung der Grünphase bei besonders problematischen Kreuzungen, sondern auch die Möglichkeit einer individuellen Steuerung. Eine spezielle Taste soll kurzfristig eine längere Passagezeit ermöglichen. Dies sei eine „Taste gegen die Angst“, wie Meinhard-Schiebel betonte. Außerdem rufen die Grünen die Wiener Bevölkerung dazu auf, Problem-Ampeln zu melden. Diese Liste werde veröffentlicht und dem zuständigen Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker (S) übergeben.

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