Wiener Frauenpreis an Elsa Prochazka und Eva Jantschitsch verliehen

Frauenstadträtin Sandra Frauenberger mit den Preisträgerinnen des 12. Wiener Frauenpreises, Elsa Prochaszka und Eva Jantschitsch
Frauenstadträtin Sandra Frauenberger mit den Preisträgerinnen des 12. Wiener Frauenpreises, Elsa Prochaszka und Eva Jantschitsch ©Alexandra Kromus / PID
Frauenstadträtin Sandra Frauenberger verlieh am Montagabend den Wiener Frauenpreis im Rahmen einer Festveranstaltung im Rathaus. Mit Elsa Prochazka wird in der Kategorie "Architektur" eine Frau geehrt, die mit ihren innovativen Lösungen Lebensräume für Frauen gestaltet.

Eva Jantschitsch zeigt in der Kategorie “Musik”, wie Geschlechterrollen emanzipatorisch bearbeitet werden können. Die Preisträgerinnen wurden von einer Dreier-Jury bestehend aus den Journalistinnen Brigitte Handlos (ORF), Eva Linsinger (profil) und Tessa Prager (NEWS) vorgeschlagen. Der Wiener Frauenpreis wird heuer bereits zum 12. Mal vergeben.

Frauenpreis: Die Preisträgerinnen 2013

Neben 3.000 Euro erhalten die Preisträgerinnen eine Bronzestatue, die von Ulrike Truger gestaltet wurde. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger zum Preis: “Der Frauenpreis holt Frauen vor den Vorhang, die Mut machen, Rollenbilder zu durchbrechen und selbstbestimmt das Leben zu gestalten.”

“Jedes Jahr werden mit dem Wiener Frauenpreis Frauen ausgezeichnet, die in ihrer Disziplin Hervorragendes leisten. Elsa Prochazka arbeitet als Architektin in einem männerdominierten Feld, in dem sie vor allem durch Kreativität und lebensnahe Umsetzung auffällt. Außerdem zeigt sie mit ihren Arbeiten, wie in der Architektur Gender-Perspektiven eine Rolle spielen können. Die Musikerin Eva Jantschitsch brilliert durch die Vielfalt ihres künstlerischen Schaffens und hinterfragt dabei Geschlechterrollen, nicht nur mit ihrem Musikprojekt “Gustav”. Ich gratuliere beiden Preisträgerinnen und bedanke mich für ihr frauenpolitisches Engagement”, so Frauenstadträtin Sandra Frauenberger.

Begründung der Jury: Elsa Prochazka

Elsa Prochazka leitet ihr eigenes Architekturbüro und lehrt als Professorin an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. Frauenpolitisch fallen vor allem ihre Arbeiten zur Frauen-Werk-Stadt auf. Aber für die Jury “ist es viel mehr, wofür Elsa Prochazka einen Preis verdient: das ständige Nachdenken darüber, wie zeitgenössische moderne Architektur aussehen kann, mit welchen neuen Materialien es gelingt, klare Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu schaffen”.

Bei ihren Wohnhäusern wird mitgeplant, dass sich das Familienprofil nach den Lebensphasen ändert und dass diese Änderungen in der Architektur mitgedacht werden müssen. So gestaltet sie Parkgaragen, in denen Tageslicht eindringt, und verlegt in ihren Bauten das Heizen, Waschen und Spielen aus den Kellern auf das Dach um bessere Lebensräume für Frauen zu schaffen.

Begründung der Jury: Eva Jantschitsch

Warum Eva Jantschitsch als Künstlerinnenname Gustav gewählt hat, erklärt sie selbst so: Erstens sei “das Geschlecht konstruiert”, zweitens habe sie sich diese Hülle übergestülpt, um zu irritieren. Der Künstlername “Gustav” passt zu den Texten der Musikerin, die gerne als Laptop-Liedermacherin bezeichnet wird, da diese meist ironisch gebrochen sind.

Den ersten Auftritt als Musikerin absolvierte Jantschitsch, die visuelle Mediengestaltung studiert hatte, beim “Frauenbandfest” im Jahr 2002, ihre Alben “Rettet die Wale” und “Verlass die Stadt” bekamen hymnische Kritiken. Daneben komponiert Jantschitsch Film- und Theatermusik, für die Festwochen, das Münchner Akademietheater oder auch für die Salzburger Festspiele, für die sie den Zyklus “Unterhaltungsmusik zur Suche nach Erkenntnis” schrieb. Eva Jantschitsch fällt für die Jury durch ihre Kritik an Geschlechterrollen und Geschlechterstereotypen auf, die sich durch ihre gesamte Arbeit zieht.

Alle Informationen zur Frauenpreis-Verleihung sowie zu ehemaligen Preisträgerinnen finden sich hier.

(apa/red)

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