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Wiener Festwochen: Türkische Transsexuelle in der Kunst

Eine neue Installation am Karlsplatz, die bis 8. Juni besichtigt werden kann, sorgt für Diskussionsstoff.

Für eine Performance zu wenig Action, für eine Installation zu viel – als Hybrid zwischen den Genres präsentiert sich ein Programmpunkt der Wiener Festwochen bis 8. Juni am Karlsplatz. Damit passt “Istanbul, Transgelinler”, von Bühnenbildnerin Barbara Ehnes in einem kleinen Kuppelzelt aufgebaut, allerdings in seiner Form gut zum Thema: Zu sehen sind auf sechs kleinen, kreisförmig angeordneten Videowalls fünfminütige Kurzporträts von türkischen Transsexuellen, die von der Sehnsucht erzählen, die Geschlechteridentität zu wechseln. Zwei von ihnen, Burcin Korkmaz und Elcin Yaman, spielen Gastgeber und laden die Besucher, die in Sechsergruppen im Halbstundentakt eingelassen werden, anschließend bei türkischem Kaffee zur Fragerunde.

“Acht von zehn türkischen Männern haben schon homosexuelle Erfahrungen gemacht, sieben sind definitiv schwul. Aber sie geben es nicht zu”, heißt es in einem der Videos. So unterschiedlich die verschiedenen Lebensschicksale sind, so sehr lassen sich allmählich Gemeinsamkeiten ausmachen: die Zerrissenheit nicht nur zwischen den Geschlechter-Zuordnungen, sondern auch zwischen Familie und gewähltem Leben, die Glück nur auf Zeit gewährt. Burcin Korkmaz etwa hat sich einst platonisch in einen Mann aus dem Dorf verliebt, ihr Outing aber erst nach dem Militärdienst gewagt. Die weiblichen Formen, Kleider und Verhaltensweisen wird sie in ein paar Jahren, wenn sie wieder zurück aufs Land geht, wieder ablegen.

Letztlich bleiben die Geschichten jedoch einzelne Puzzlesteinchen, die sich nicht so recht zu einem Ganzen fügen wollen. Auch über den Istanbuler Stadtteil Tarlabasi, in dem die Transsexuellen inmitten von Einwanderern ein Gettoleben führen, hätte man gerne mehr erfahren. Ein einziges Mal gelingt die Überraschung: Am Ende wird der Spieß umgedreht, werden den überrumpelten Besuchern vor laufender Videokamera selbst Fragen gestellt. An dramaturgischen Abläufen muss noch Feinarbeit geleistet werden, dass “Istanbul, Transgelinler” jedoch ideal zum diesjährigen forum festwochen-Thema der Biografien passt, steht außer Zweifel.

 

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