Wiener Festival beschäftigt sich mit dem Sterben

Das Wiener Festival "Memento Mori" beschäftigt sich mit den Themen Tod und Sterben.
Das Wiener Festival "Memento Mori" beschäftigt sich mit den Themen Tod und Sterben. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Das Wiener Festival "Memento Mori", das zwischen 7. und 17. Oktober 2021 stattfindet, beschäftigt sich mit dem Thema Sterben. Das Event findet in der Festivalzentrale im Volkskundemuseum statt.

Zwischen 7. und 17. Oktober widmet sich das neue Memento Mori Festival in Wien dem Thema Sterben. Ein vielfältiges Angebot ermöglicht es, sich mit anderen Trauernden auszutauschen, Bestattungsrituale aus unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen, oder sich mit dem Tod auch aus einer humoristischen Perspektive auseinanderzusetzen - denn auch Kabarett steht am Programm. In der Festivalzentrale im Volkskundemuseum finden alle Veranstaltungen bei freiem Eintritt statt.

"Memento Mori"-Festival Wien schon vor Corona geplant

"Als ich Anfang 2020 bereits begonnen hatte, das Festival Memento Mori zu konzipieren, brach die Corona-Pandemie aus. Plötzlich war der Tod allgegenwärtig und dramatische Bilder aus Italien schockierten die europäische Öffentlichkeit", so Organisatorin Tina Zickler in der Vorstellung des Festivals, "auf dramatische Weise wurde im vergangenen Jahr deutlich, wie wichtig unsere Trauerkultur ist."

Auseinandersetzung mit Totenkopf-Symbol im Wiener Stadtbild

Festival-Auftakt bildet am 7. Oktober ein Vokalensemble aus Studierenden der mdw mit einem Repertoire südosteuropäischer Totenlieder. Passend dazu gibt es in der Festivalzentrale zwei Installationen zu sehen: Für "Der Trost der Dinge" hat Zickler Menschen aus Wien, Berlin und Zürich gebeten, ihr persönliche Gegenstände zu leihen, die sie an Verstorbene erinnern. "Partout" ist eine Kooperation von Zickler und Fotografin Lisa Rastl und bietet sowohl einen kulturgeschichtlichen Einstieg in das Thema als auch eine Auseinandersetzung mit dem Totenkopf-Symbol im Wiener Stadtbild.

Umgang mit Sterben und Tod in diversen Kulturen beleuchtet

Im Kontext der Pandemie machten weltweit Menschen die Erfahrung, Angehörige zu verlieren, ohne sich verabschieden zu dürfen. "Vor diesem Hintergrund reflektiert das Festival auch unsere kulturell diversen Trauerkulturen", so Tina Zickler. Über Bestattungsrituale im Judentum und im Islam kann man in Lesungen von Danielle Spera und Zeynep Elibol lernen. Interessiert man sich mehr für den ostasiatischen Raum, ist die Lesung über Todestabus in Japan die richtige Anlaufstelle. In Kooperation mit dem Filmhaus am Spittelberg bietet Memento Mori auch Filmvorführungen, unter anderen den Zeichentrickfilm "Coco" und "Amour" von Michael Haneke.

Spaziergang durch St. Marxer- und Zentralfriedhof

Für Besucher, die sich selbst einbringen möchten, gibt es den Workshop "Adieu-Tücher": Unter Anleitung der Künstlerin Ida Divinzenz gestalten Teilnehmer Taschentücher in Erinnerung an Verstorbene. Abgerundet wird das Programm durch Museumsführungen, sowie gemeinsame Spaziergänge durch den St. Marxer Friedhof und den Wiener Zentralfriedhof.

(APA/Red)

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