Wiener Fahrzeughandel fordert "Ökoprämie" für neue Autos

Der Wiener Fahrzeughandel fordert die Einführung einer "Ökoprämie".
Der Wiener Fahrzeughandel fordert die Einführung einer "Ökoprämie". ©Pixabay.com (Sujet)
Vom Wiener Fahrzeughandel wird eine Neuauflage der Schrottprämie aus der Finanzkrise 2009 gefordert - nun im Form einer "Ökoprämie" für neue Autos. Die Politik dürfe keine Zeit verlieren, damit Österreich mit Schwung aus der Corona-Krise komme und die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen könne, meint der Obmann des Wiener Fahrzeughandels, Burkhard Ernst. Außerdem sieht der Autohandel positive Auswirkungen für die Umwelt.

Eine Ökoprämie für Neufahrzeuge sei ein erfolgreiches Instrument der Krisenbewältigung, so Ernst am Montag in einer Pressemitteilung. "Während der Finanz-und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 haben wir gute Erfahrungen gemacht." Das sei jetzt ein großer Vorteil, denn die Prämie könne schnell und ohne langwierige bürokratische Vorbereitung eingeführt werden. "Schon im Mai sollten die Konsumenten die Prämie nutzen können."

"Wir sollten diese Krise unbedingt nutzen, um die Ökobilanz der Fahrzeugflotte in Österreich zu verbessern", so Ernst. Konsumenten, die sich für ein neues Fahrzeug entscheiden und gleichzeitig ihre altes Auto (Abgasklassen EURO 0 -2) verschrotten lassen, sollten einen Bonus von 1.500 Euro erhalten. Für Elektrofahrzeuge und Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Antriebsmotor plädiert Ernst für eine Prämie in Höhe von 3.000 Euro. "Von einer Ökoprämie profitieren Wirtschaft, Konsumenten und die Umwelt. Diese Win-win-Situation sollte die Bundesregierung daher zügig ermöglichen", fordert Ernst.

Kritik von Global2000, WWF und VCÖ an Verschrottungsprämie

In einem offenen Brief an die Bundesregierung warnen heute Global2000, der WWF, der VCÖ und mehrere Ökonomen vor einer Verschrottungsprämie für Altautos, wie sie von der Fahrzeugindustrie gefordert wird. "Eine Autokaufprämie setzt falsche Anreize, bremst die Mobilitätswende und schadet dem Klimaschutz", so die Verfasser.

Hier sollten nicht "die Fehler der Vergangenheit wiederholt werden", denn damit würde "das Verfehlen der EU-Klimaziele noch wahrscheinlicher". Die Folge seien Ausgleichszahlungen in Milliardenhöhe.

Das Argument, dass der Austausch älterer Autos durch schadstoffärmere Neufahrzeuge die Umwelt entlaste, lassen die Verfasser des Offenen Briefes nicht gelten. Sie rechnen vor: Die Produktion eines Autos verursache so viel Treibhausgasemissionen wie rund 30.000 gefahrene Kilometer.

Auch Uni Wien warnt vor "Ökoprämie"

Vor einer Ökoprämie, wie sie die Autoindustrie will, warnt auch eine Studie der Uni Wien (Institut für Politikwissenschaft) und der Universität für Bodenkultur (Institut für Soziale Ökologie). "Der Fokus der Branche liegt auf der Verbrennungstechnologie. Dieser Bereich ist hochprofitabel, aber auch besonders klimaschädlich. Die meisten Unternehmen halten deshalb daran fest: Man reitet das tote Pferd bis zum Ende", so Projektmitarbeiter Heinz Högelsberger zur APA.

Die Autobranche sieht die Austauschprämie anders. "Das wäre ein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz, immerhin sind noch mehr als eine Million Fahrzeuge der Abgasklassen Euro 3 und älter auf Österreichs Straßen unterwegs", so der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, Günther Kerle. Die österreichischen Automobilimporteure sowie der Fahrzeughandel wären jedenfalls bereit, sich wie 2009 entsprechend an einer allfälligen Ökoprämie zu beteiligen", erklärte er zuletzt.

(APA/Red.)

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