Wiener Ehrenzeichen: "Schneckerl" Prohaska holte Silber

"Schneckerl", Österreichs Fußballer des Jahrhunderts, hat Silber geholt. Herbert Prohaska erhielt am Donnerstag gemeinsam mit Volleyball-Präsident Peter Kleinmann das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

An sich seien die beiden ja gewöhnt, Ehrungen in Outfits entgegenzunehmen, die ihnen angenehmer seien als der Anzug, sinnierte Wiens Vizebürgermeister Grete Laska (S) als Laudatorin.

Ein Grund für die Auszeichnung sei, dass beide als Botschafter ihres Sports bemüht seien, jene 60 Prozent der Wiener von der Couch zu holen, die gar keiner Bewegung nachgingen. Auch werde ein Prohaska im heutigen österreichischen Fußball schwer vermisst: “Seine Technik, seine Art zu spielen, von der wir uns manchmal wünschten, wäre doch noch ein kleines Resterl da.” Eine seiner großen Qualitäten sei überdies, dass sein Herz für den gleichen Club schlage wie jenes von Bürgermeister Michael Häupl (S) – den FK Austria.

Entsprechend unterstrich Prohaska in seiner Dankesrede, dass er sich ursprünglich gefreut habe, mit Kleinmann zusammen die Auszeichnung zu erhalten – bis er von dessen Karriere on der Rapid-Jugend gehört habe. In jedem Falle sei er erfreut, dass ihm von Wien so viel Ehre widerfahre: “Wien ist für mich ganz sicher die schönste Stadt, die es auf dieser Erde gibt”, sagte Prohaska, der Klosterneuburg lebt.

Geboren wurde Prohaska aber am 8. August 1955 in Wien und begann dort seine Profikarriere bei der Austria. 1980 wechselte er zu Inter Mailand und später zur AS Roma, bevor er wieder zur Austria zurückkehrte. Im ÖFB-Team absolvierte Prohaska 84 Länderspiele, ehe ihn seine Trainerkarriere über die Wiener Violetten auch auf den Teamchefsessel der Nationalmannschaft führte, den er bis 1999 innehatte. Unter seiner Ägide erreichte das Team nicht nur die WM 1998 in Frankreich, sondern mit Rang 17 die bisher beste Platzierung in der FIFA-Weltrangliste. Mittlerweile arbeitet Prohaska als Experte für den ORF und die “Kronen Zeitung”.

Kleinmann wurde am 17. September 1947 in Wien geboren. Trotz Kürschnerlehre trat er mit 15 Jahren in den Volleyballclub “ÖMV Blau Gelb” ein. Es folgte eine Spielerkarriere bei zahlreichen Vereinen inklusive 88 Einsätzen in der Nationalmannschaft. Als Trainer zeichnete er später mit verschiedenen Clubs für insgesamt neun Meistertitel verantwortlich. Die großen Erfolge fuhr er aber als Manager der hotVolleys ein – neben Meistertiteln auch in der Champions League. Im Jahr 2001 wurde Kleinmann zum Präsidenten des Österreichischen Volleyball-Verbandes gewählt.

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