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Wiener Ehepaar flog mit Diätpillen-Schwindel auf: Prozess vertagt

Das angebliche Naturprodukt enthielt in Labor hergestelltes Abführmittel.
Das angebliche Naturprodukt enthielt in Labor hergestelltes Abführmittel. ©pixabay.com (Sujet)
Für eine Packung mit 30 "Diätkapseln" hatte ein Wiener Ehepaar 50 Euro verlangt. Obwohl es sich dabei um kein Naturprodukt handelte, wurde es als solches angepriesen. Nun mussten sich die beiden vor Gericht verantworten.

Am Wiener Landesgericht für Strafsachen hat am Dienstag der Prozess gegen ein Ehepaar begonnen, das über Jahre hinweg Diätpillen verkauft und dabei Etikettenschwindel betrieben haben soll.

"Diätpillen" fälschlicherweise als Naturprodukt angepriesen

Die Kapseln wurden als reines Naturprodukt angepriesen, das vorgeblich ausschließlich pflanzliche Inhaltsstoffe - Grüner Tee, Rosmarin, Fenchel, Heidekraut, Himbeere und Koriander - enthielt.

Wie eine chemische Analyse ergab, war den Pillen neben künstlichen Duftstoffen auch Phenolphthalein beigemengt, das früher als Abführmittel verwendet wurde und in dieser Funktion inzwischen nicht mehr gebräuchlich ist, weil es Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann.

44-Jährige will von Betrug nichts gewusst haben

Sie habe das nicht gewusst, als sie auf Wunsch ihres Mannes in den Handel mit den Pillen einstieg, die unter anderem über Amazon vertrieben wurden, versicherte die 44-jährige Frau: "Ich habe selber 2014, 2015 diese Form von Diät gemacht. Ich habe damit abgenommen." In weiterer Folge habe ihr Mann in Österreich den Handel mit den Kapseln und einer angeblich ebenfalls gewichtsreduzierenden Teemischung aufgezogen, die er aus Frankreich und Belgien bezog. Sie habe "die Produkte eingepackt und weitergegeben, wenn er nicht anwesend war" und sich um Werbung in ihrem Bekanntenkreis gekümmert.

Ehemann fehlte bei Prozessauftakt wegen Covid-Erkrankung

Der 50-jährige Ehemann fehlte beim Prozessauftakt. Er befindet sich in Deutschland, wo er an Covid-19 erkrankt sein soll, wie sein Verteidiger dem Wiener Landesgericht mitteilte. Ob er nach seiner Genesung ausreisen kann, ist nicht ganz klar. Gegen den Mann läuft im Zusammenhang mit den falsch deklarierten Pillen auch in Deutschland ein Ermittlungsverfahren. Über 700 deutsche Abnehmer sollen sich mit den gegenständlichen Pillen beliefern haben lassen.

Der Wiener Prozess - die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Betrug und Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz, inkriminiert sind über 150 Verkäufe im Zeitraum April 2017 bis Oktober 2019 - wurde auf Ende Juli vertagt. Für eine Packung mit 30 Kapseln hatten die Angeklagten 50 Euro verlangt.

Kunden schilderten Erfahrung

Einige Kunden schilderten Einzelrichter Johannes Varga im Zeugenstand ihre Eindrücke. Sie habe von den Kapseln "Herzrasen, Schwindel, Kreislaufprobleme" bekommen, verriet eine 50-Jährige. "Ich hab' sie nicht regelmäßig genommen. Mir ist es nicht schnell genug gegangen, ich hab' keine Wirkung gesehen", meinte eine 54-jährige Lehrerin. Eine 29-Jährige offenbarte, sie habe die Tabletten auf Wunsch ihres Mannes eingenommen: "Er wollte mich dünn machen." Genutzt habe es nicht viel. Dagegen berichtete ein 42-jähriger Mann, er habe sechs bis sieben Kilo abgenommen: "Mir haben die Kapseln sehr gut geholfen: "Ich hab' keine Probleme gehabt."

(APA/Red)

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