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Wiener Donauinsel-Schafe grasten bereits acht Fußballfelder ab

Die Schafe auf der Donauinsel sind fleißig bei der Arbeit.
Die Schafe auf der Donauinsel sind fleißig bei der Arbeit. ©APA/LUKAS HUTER
Sie fühlen sich rundum wohl auf der Insel: Die 70 Krainer-Steinschafe, die heuer bereits die zweite Saison als "tierische Mitarbeiter" der Stadt Wien als natürliche Rasenmäher aktiv sind. Sie haben seit Mai bereits 5,5 ha Wiesenfläche abgegrast.

Die Schafe sind im Rahmen des EU-Projekts LIFE DICCA im nördlichen Teil der Donauinsel aktiv. "Mit dem EU-Projekt werden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um die Donauinsel für die Herausforderungen des Klimawandels zu rüsten. Extensive Schafbeweidung trägt zur Erhöhung der Artenvielfalt und zur Vernetzung von Biotopflächen bei. Die Schafe leisten damit einen wichtigen Beitrag für das Naturparadies Donauinsel", so Umweltstadträtin Ulli Sima.

Artenvielfalt schon gestiegen

Schafe lassen beim Grasen immer auch Pflanzen übrig. Dadurch entstehen Wiesenbereiche mit längerem oder kürzerem Pflanzenstand. Das kommt auch gefährdeten, streng geschützten Insektenarten wie Schmetterlingen, Fang- und Heuschrecken zugute. Ein erstes Monitoring zeigte 2019 ein stark erhöhtes Aufkommen dieser Arten im Vergleich zu maschinell gemähten Wiesen.

Schäfer betreut die Tiere

Die Schafe hat die Stadt Wien nur "geleast", sie gehören dem Betrieb WUK bio.pflanzen und werden vom Schäfer des Betriebs betreut. Waren es 2019 noch 50 Schafe, wurde die Herde heuer auf 70 Tiere vergrößert. Unter den Schafen befinden sich auch etliche Jungtiere, die im Winter zur Welt kamen. Übrigens: Es sind nur weibliche Schafe auf der Insel - von ganz Jung bis ältere Semester.

Seltene Nutztierrasse

Bei den bis Oktober auf der Insel grasenden Schafen handelt es sich um eine alte, "seltene Nutztierrasse" - dem Krainer Steinschaf. Krainer Steinschafe sind robust, stresstolerant und genügsam. Sie sind gute Futterverwerter, für trockene Gebiete bestens geeignet und kommen vor allem auch mit Hitze gut zurecht.

Leckere Wiesenkräuter und Schatten spendende Sträucher

Die Schafe ernähren sich auf der Donauinsel ausschließlich von dem, was die Wiesenflächen dort zu bieten haben. Besonders angetan haben es ihnen Klee und Wildkräuter wie Salbei und Schafgarbe, die reichlich auf den wilden Wiesenflächen gedeihen. Nach jeweils rund einer Woche wird der mobile Weidezaun auf eine andere Wiesenfläche versetzt. So werden Stück für Stück große Wiesenflächen abgrast.

Die Wiesenflächen werden so ausgewählt, dass die Schafe auf jeder Weidekoppel Unterstandsmöglichkeiten im angrenzenden Gebüsch finden. Auch wenn die Steinschafe ausgesprochen hitzeresistent sind, freuen sie sich über die schattenspendenden Sträucher. Mobile Zelte, wie sie letztes Jahr im Einsatz waren, haben sich nicht bewährt und wurden von den Schafen nur bedingt angenommen.

(APA/red)

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