Wiener der Woche: El Diabolero Abraham Thill

Abraham Thill im Einsatz am Wiener Stephansplatz
Abraham Thill im Einsatz am Wiener Stephansplatz ©Vienna Online
Abraham Thill (El Diabolero) ist zwar ausgebildeter Schauspieler, als Jongleur und Entertainer jedoch 100%iger Autodidakt ist. Seit 1999 zeigt er auf den Straßen von Wien und in aller Welt, was er mit den verschiedensten Gegenständen anstellen kann: Als praktisch konkurrenzloser Diabolospieler mit einem ganz eigenen Stil.
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Das Thill sich sein Jonglierhandwerk selbst beigebracht hat, durch Ausprobieren und mit viel Geduld und Spucke, das macht ihn und seinen Stil besonders einzigartig. Wer das Jonglieren mit den Stangen und Rädchen von offiziellen Lehrvideos lernt, passt seinen Stil zwangsläufig dieser offiziellen Linie an – Abraham Thill und einige wenige andere sind anders.

In den letzten Jahren erarbeitete sich El Diabolero einen Fixplatz an der Spitze der internationalen Performer-Szene. Nebenbei startete er, unabhängig von der Straßenshow, seine Schauspiel-Ausbildung, um sich ein weiteres Standbein zu schaffen.

Diabolo

Das Diabolo ist eines der ältesten bekannten Jonglierrequisiten. Überlieferungen zufolge soll das Stück bereits 1766 v. Chr. Diabolo-Spieler in der Shang-Dynastie als Hilfsmittel gedient haben, ihre Zuseher in Erstaunen zu versetzen. Funde aus der Steinzeit lassen vermuten, dass sogar in der Vorzeit ein Spiel dieser Art bekannt war.

1794 schaffte das Diabolospiel den Sprung nach Europa, seinen eingängigen Namen “le diable” erhielt es in Frankreich ab 1812. In China hieß es Kouen-Gen und wurde aus Bambus oder geschlagenem Metall gefertigt.

Während der Rotation in der Luft surrten die Diabolo-Doppelkegel oder -Doppelscheiben aus Bambus dank hoher Drehzahl und Löchern am Außenrand. Bei entsprechender Drehzahl und Konstruktion können auch Diabolos aus Metall oder Kunststoff surren. Während in Europa die Doppelhohlkörper (Kegel, Halbkugeln) benutzt werden, bevorzugt man in China Doppelhohlscheiben auf einer etwas längeren Achse, auch als “Chinesisches Jo-Jo” bekannt.

Anfang des 20. Jahrhunderts erdachten der Franzose Verleger Gustave Philippart und der Brite Charles Burgess Fry das neue, jetzt gebräuchliche Wort “Diabolo” für das Requisit. Seit den 1980er Jahren wird es wieder vermehrt gespielt.

Freiheit und Kreativität

Abraham Thill will nicht an einen Platz gebunden sein, um seine Kreativität nicht zu lähmen, daher tritt er überall in Europa und auch in den USA auf – doch nach Wien kommt er immer wieder zurück. Daher verleihen wir ihm auch den Vienna Online “Wiener der Woche”.

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