Wiener Blut: Anekdoten über Schmäh und Grant in der Hauptstadt

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Wir haben das Buch für euch bereits gelesen. ©pixabay.com/Kampenwand
"Wien ist anders" - so ein bekanntes Sprichwort. Was und wie anders ist, zeigt Rafael Bettschart in seinem neuen Buch "Wiener Blut - Eine Ode an die Unfreundlichkeit. Die Donaumetropole in Anekdoten".

Wien wurde bereits mehrfach an die Spitze verschiedenster Städterankings gewählt. Für Rafael Bettschart Grund genug, Wien auf humoristische Weise einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Er untersucht die Vorurteile und die Stadt ganz generell und untermauert sie mit Anekdoten - herausgekommen ist tatsächlich eine "Ode an die Unfreundlichkeit". VIENNA.at hat das Buch bereits gelesen.

Anekdoten und Fakten zu Wiener Besonderheiten

"Sollten auch Sie der Meinung sein, dass Wien Ihnen zu unfreundlich sei, dann gehen's bitte scheißen!" - Mit diesem Zitat startet das Buch. Es ist eines von vielen Zitaten, die über Wien oder von Wiener ausgesprochen wird. Sie alle sind gekennzeichnet von einer leichten Unfreundlichkeit, oder eben dem ganz normalen Wiener Grant.

Bettschart beschreibt die verschiedensten Wiener Institutionen - vom Kaffeehaus über das Wirtshaus bis hin zur Begegnungszone. Nach einer knackigen Beschreibung der jeweiligen Thematik folgen zahlreiche Anekdoten von und über eben diese. Zwischendurch werden auch immer wieder kuriose und interessante Fakten über Wien gelistet.

Wer es nicht bei den Anekdoten zuvor bemerkt hat, wird spätestens im Kapitel "Schimpfen auf Wienerisch" bemerken, dass die Wiener nicht nur über ein umfangreiches eigenes Vokabular an Schimpfwörtern verfügt, sondern dass diese scheinbar auch zum alltäglichen Sprachgebrauch gehören. Selbst von einem Kellner kann man schon einmal als "Gfrast" angesprochen werden.

Lachen und Hinterfragen beim Lesen von "Wiener Blut"

Beim Lesen des Buches hat man viel Grund zu lachen. Egal ob man in Wien wohnt und so manche Situation nachvollziehen kann beziehungsweise vielleicht sogar bereits erlebt hat, oder ob man Wien ganz neu durch dieses Buch kennenlernt. Sowohl die "theoretischen" Teile, vor allem jedoch die Anekdoten und Zitate machen das Lesen kurzweilig und vergnügsam. Selbst wer bereits jahrelang in Wien wohnt, wird bestimmt Neues erfahren oder zumindest von den Erlebnissen das ein oder andere Mal überrascht werden. Gerade in den kurzen Erklärungen lässt sich das Wissen über Wien und die Institutionen der Hauptstadt erweitern und auffrischen.

Das Buch lässt trotz der lustigen Anekdoten auch etwas nachdenklich zurück. Wenn Situationen geschildert werden, wo sogar ein Kind von einem Wiener als "Oaschloch" bezeichnet wird, hält sich das Verständnis für Wiener Schmäh, Wiener Grant oder Wiener Geschimpfe dann doch etwas in Grenzen. Auch wenn das Buch immer wieder zum Schmunzeln bringt, darf ruhig hinterfragt werden, ob dieser Grant wirklich immer noch lustig ist, oder man nicht doch ein bisschen mehr auf seine Wortwahl und seine Lebenseinstellung achten sollte - selbst als waschechter Wiener.

Buchtipp:

Titel: Wiener Blut - Eine Ode an die Unfreundlichkeit, die Donaumetropole in Anekdoten
Autor: Rafael Bettschart
Verlag: Kampenwand Verlag
ISBN: 9783947738601
Seiten: 187

(Red)

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