Wiener Berufsrettung: An Tagesspitzen teils lange Wartezeiten bei Notruf

Wählt man den Notruf, kommt es bei der Wiener Berufsrettung teils zu langen Wartezeiten.
Wählt man den Notruf, kommt es bei der Wiener Berufsrettung teils zu langen Wartezeiten. ©APA (Sujet)
Wie der Stadtrechnunghof Wien in seinem am Mittwoch veröffentlichten Bericht aufzeigt, kommt es bei Notrufen bei der Wiener Berufsrettung (MA70) teils zu großen Verzögerungen. Zwischen Mai und Juli 2019 wurden über 80.000 Anrufe ausgewertet, bei denen fast jeder zehnte Anrufer über eine Minute lang warten musste. Anzumerken ist allerdings, dass die Hälfte aller Notrufe innerhalb von nur zehn Sekunden entgegengenommen werden.

Die längsten Wartezeiten gab es bei einem plötzlichen Anstieg der Notrufe, als jedoch kein zusätzliches Personal zur Verfügung stand. Dies ist auch der Hauptkritikpunkt des Stadtrechnungshofs, der eine "Verbesserung des Personaleinsatzes, wie etwa die Ausrichtung des Dienstbetriebes am tatsächlichen Arbeitsanfall" fordert. Im Untersuchungszeitraum mussten insgesamt 6.137 Anrufer (7,6 Prozent) länger als 60 Sekunden warten. Die längste Wartezeit betrug sieben Minuten und neun Sekunden.

Notruf: Ursachen für die verlängerten Wartezeiten

Ursachen für die Verzögerungen sieht man zudem in Problemen bei der Schichtübergabe insofern, als für mehrere Minuten oft deutlich weniger Anrufklappen zur Verfügung standen. Weiters wurde kritisiert, dass einzelne Mitarbeiter Anrufe "aus nicht nachvollziehbaren Gründen" nicht schnellstmöglich entgegennahmen. Zudem wurden Notrufe nicht immer chronologisch angenommen, wodurch Wartezeiten entstanden. Außerdem "erfolgte in den betrachteten Schichten keine Einberufung der in den Aufenthaltsräumen befindlichen Mitarbeitenden aus der Bereitschaft", heißt es im Bericht.

Als Empfehlung nannte der Stadtrechnungshof deshalb eine Verschriftlichung der generellen Dienstplanung, um planbare Personalengpässe zu umgehen. Dies ist laut Berufsrettung schon in Planung. Weiters würden im Krankenstand befindliche Mitarbeiter durch eine flexiblere Diensteinteilung bereits jetzt ersetzt werden, heißt es in der im Stadt-RH-Bericht enthaltenen Stellungnahme. Zudem plane man eine Aufstockung des Personals zu Zeiten, wo mehr Notrufe erwartet werden.

Wiener Berufsrettung: Maßnahmen zur Eingrenzung der Wartezeiten

Das soll auch zur Folge haben, dass Anrufe standardmäßig innerhalb von maximal 30 Sekunden entgegengenommen werden sollen, wie es der Stadtrechnungshof einfordert. "In Zukunft wird bei einer maximalen Wartezeit am Notruf von 30 Sekunden automatisch ein akustisches Signal in allen Bereitschaftsräumen ausgelöst. Bei Ertönen des Signals haben die in Bereitschaft befindlichen Disponenten umgehend die zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze zu besetzen", heißt es in der MA 70-Stellungnahme.

Kritik an den teils langen Wartezeiten kommt auch von politischer Seite. Man fordere eine umgehende personelle Aufstockung der Rettungsleitstelle, sagte FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss in einer Aussendung. "Der Personaleinsatz muss eindeutig effizienter und produktiver gestaltet werden", hielt ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec in einer Aussendung fest. Dass in einem Notfall jede Sekunde zähle, darin sind sich beide Parteien einig.

(APA/Red.)

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