Wiener Austria geht mit vielen Fragen ins Titelrennen

Die Wiener Austria blickt in eine ungewisse Zukunft. Wie es mit Hauptsponsor Magna und auslaufenden Verträgen weiter geht, steht noch nicht fest. Coach Georg Zellhofer will dennoch um den Titel kämpfen.

Im Vorjahr noch auf dem letzten Tabellenrang der Fußball-Bundesliga geht die Wiener Austria heuer als Titelmitfavorit ins Frühjahr. Trotzdem ist bei den Violetten vor dem Auftakt am kommenden Samstag gegen Altach wegen der ungewissen Zukunft von Hauptsponsor Magna, auslaufende Verträge sowie einer nicht optimalen Vorbereitung einiger Stammkräfte, alles andere als eitel Wonne. “Wir wollen den Titel. Wer weiß, wann die Chance wieder da ist”, gibt sich Trainer Georg Zellhofer kämpferisch.

Beim regierenden Cupsieger, der punktgleich mit Spitzenreiter Sturm Graz und Meister Red Bull Salzburg als Dritter überwinterte, rückten die Spekulationen um den auslaufenden Vertrag mit Magna in den vergangenen Wochen in den Vordergrund. Neben möglichen Lizenz-Sorgen muss sich die Austria-Spitze auch mit im Sommer auslaufenden Verträgen von neun Spielern sowie Coach Zellhofer auseinandersetzen.

Auch den Oberösterreicher beschäftigt dieses Thema. “Ich mache mir schon Sorgen um den Verein”, meinte der 47-Jährige. “Es geht nicht um meine Person, es geht um die Austria.” Allein mit Blick auf die Kader-Planung, die normalerweise ein halbes Jahr vorher erledigt werden sollte, wäre die derzeitige Situation schlecht. Im sportlichen Bereich müsse man dies allerdings ausblenden. “Wir müssen zeigen, dass wir Profis sind. Da darf es kein Jammern geben.”

Kopfzerbrechen bereitete Zellhofer auch die Vorbereitung, in der mit den bereits im Herbst angeschlagenen Franz Schiemer, Ronald Gercaliu und Sanel Kuljic ein Nationalteam-Trio erst am vergangenen Samstag das erste von acht Testpartien bestreiten konnte. “Ich hätte schon gedacht, dass sich das ausgeht. Aber wir müssen nun eben den Preis für den langen Herbst bezahlen”, meinte der Austria-Coach über die Verletzungsproblematik, sein “Lieblingsthema”. Verbessern müsste sich vor dem Auftakt vor allem das Defensivverhalten. “Man muss zugeben, dass wir da Probleme hatten. Vor allem einige Gegentore, die wir kassiert haben, waren katastrophal”, berichtete Zellhofer über die Testauftritte. “Das Frühjahr ist extrem kurz, das werden 13 Endspiele. Solche Fehler kann man sich nicht erlauben.”

Ob die beiden Routiniers Radomski und Vachousek – bei beiden laufen die Verträge aus – nach langwierigen Verletzungen wieder zum Einsatz kommen, scheint ungewiss. “Ich werde nur auf zu hundert Prozent fitte Spieler vertrauen”, meinte Zellhofer, der sich im Trainingscamp in Südspanien auch von den beiden U17-Youngsters David Alaba und Aleksander Dragovic “äußerst positiv überrascht” zeigte. Auch in diesem Punkt offenbart sich das Dilemma der Violetten: Keiner weiß, ob die beiden Akademie-Talente auch in Zukunft für die Austria spielen.

Geht es nach dem violetten Chefcoach, wird das Finish um den Meisterteller jedenfalls eine spannende Angelegenheit. “Bei einem so kurzen Frühjahr ist die Ausgangssituation für die ersten Sechs gleich. Von der Papierform müsste es Salzburg werden.” Dass auch die Austria ein Wörtchen im Rennen um den 24. Meistertitel der Clubgeschichte mitreden will ist klar – oder wie Zellhofer meinte: “Mein Ziel ist nicht der vierte Platz.”

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