Wiener Attentäter habe 2020 Syrien-Reisepläne gehabt

Der Terror-Attentäter von Wien soll geplant haben, sich dem Islamischen Staat in Syrien anzuschließen.
Der Terror-Attentäter von Wien soll geplant haben, sich dem Islamischen Staat in Syrien anzuschließen. ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Der Terror-Attentäter von Wien soll im Jahr 2020 noch den Plan gehabt haben nach Syrien auszureisen. Er soll versucht haben, sich falsche Papiere zu besorgen. Das Vorhaben scheiterte aber.

Der Terror-Attentäter von Wien hat offenbar auch noch später als bisher bekannt Pläne gehabt, nach Syrien auszureisen: In Linz steht nächste Woche ein Mann vor Gericht, der versucht haben soll, ihm 2020 falsche Papiere zu besorgen. Das Vorhaben scheiterte aber, weil der Kontakt zum Fälscher abriss.

30-Jähriger wollte Fake-Papiere kaufen

Der 30-jährige in Linz lebende Kosovare, der am 22. Oktober wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und kriminellen Organisation sowie der Fälschung besonders geschützter Urkunden vor Gericht steht, hatte offenbar Kontakt zu einem Dokumentenfälscher in Italien. Sowohl für sich selbst als auch für einen Verwandten soll er bereits früher von diesem Fake-Papiere gekauft haben. Diese Transaktionen hatten aber offenbar nichts mit etwaigen Reisen nach Syrien oder in den Irak zu tun.

Terror-Attentäter wollte für den IS nach Syrien reisen

Im Vorjahr soll er dann versucht haben, dem späteren Wiener Attentäter K.F., mit dem er über einen Mittelsmann in Kontakt gekommen war, Papiere zu besorgen. Offenbar wollte K.F. über die Türkei nach Syrien reisen, um für den IS ("Islamischer Staat") zu kämpfen. Für die falschen Dokumente überwies er dem nun in Linz angeklagten Kosovaren am 14. Mai des Vorjahres 1.400 Euro. Der behielt einen Teil als Provision und leitete den Rest an den Fälscher weiter. Dann riss aber der Kontakt zu dem Fälscher ab und der Kosovare überwies K.F. auf dessen Drängen einen Teil des Geldes wieder zurück.

Im Gefängnis in Kontakt mit dem Islam gekommen

Die Anklage wirft dem in U-Haft sitzenden 30-Jährigen auch vor, gewusst zu haben, dass sein Kunde einschlägig verurteilt war, sich zunehmend radikalisierte und ausreisen wollte - und ihm dennoch die für diesen Plan nötigen Papiere besorgen wollte. Der Strafrahmen für die ihm zur Last gelegten Delikte beträgt bis zu zehn Jahre Haft. Der Mann, der zuletzt in Linz gewohnt hat, dürfte im Gefängnis in Kontakt mit dem Islam gekommen sein und bezeichnet sich selbst als religiös, aber nicht radikal. Allerdings wurden laut Staatsanwaltschaft sehr wohl einschlägige Schriften bei ihm gefunden.

Wiener Attentäter wollte sich dem Islamischen Staat anschließen

Bekannt ist, dass der Wiener Attentäter 2018 nach Syrien ausreisen und sich dem "Islamischen Staat" anschließen wollte. Im Juli 2020 empfing er in Wien amtsbekannte Dschihadisten aus der Schweiz und Deutschland. Kurz danach fuhr er mit einem Bekannten in die Slowakei, wo er - erfolglos - versuchte Munition zu kaufen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er Waffe und Munition schließlich von einem Slowenen erwarb. Dass er kurz zuvor noch Pläne gewälzt haben soll, nach Syrien zu gehen, war bisher nicht bekannt.

Attentäter tötete im November 2020 vier Menschen in Wiener Innenstadt

K.F. tötete bei dem Attentat am 2. November 2020 in der Wiener Innenstadt mit mehreren Schusswaffen vier Menschen und verletzte zahlreiche weitere teilweise schwer. Der 20-Jährige wurde im Zuge eines Großeinsatzes von der Polizei erschossen.

(APA/Red)

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