Wiener Architekturszene erhält 1,13 Mio. Euro

Wiens Architekturszene wird heuer mit 1,13 Mio. Euro gefördert: "departure", die Kreativagentur der Stadt, hat am Freitag das Ergebnis des aktuellen Calls bekanntgegeben, wonach zehn Projekte die genannte Summe erhalten werden.

Präsentiert wurde die Maßnahme von Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (S) und departure-Chef Christoph Thun-Hohenstein. Letzterer hielt zugleich Rückschau auf sein erstes Jahr in neuer Funktion.

Im Rahmen des aktuelle Architektur-Calls, des ersten seiner Art, gab es 39 Einreichungen. Dabei soll “Focus: Architektur” nicht die letzte Förderung für den Bereich bleiben, auch wenn der nächste Architektur-Call erst in einigen Jahren ansteht. “Wir hoffen, es ist der Beginn einer wunderschönen Freundschaft”, betonte Thun-Hohenstein.

Unter den gekürten zehn Förderwürdigen beschäftigt sich ein Projekt beispielsweise mit dem öffentlichen Raum im Schatten der U-Bahn, ein weiteres mit mehrfach nutzbaren Wohncontainern für Großbaustellen und Katastropheneinsätze. Unter dem Titel “Easybalkon” wird der modulartige Prototyp eines nachträglich an Gebäuden anbringbaren Freibereichs weiterentwickelt und ein Projekt will Architekturbüros in Fragen PR, Service und Fachfragen beraten.

“Gerade wirtschaftlich schwierige Zeiten können sehr spannend sein für Innovation”, rechtfertigte Thun-Hohenstein das Engagement seiner Agentur. So seien im Jahr 2008 insgesamt 61 Projekte mit 3,5 Mio. Euro unterstützt und damit 200 Arbeitsplätze geschaffen worden. Die ausgelösten Privatinvestitionen lägen viermal so hoch wie die Fördersumme. Im laufenden Jahr sollen nun sogar 3,7 Mio. Euro zur Verfügung stehen.

Die 2003 gegründete “departure” ist ein Unternehmen des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds und hat seither an 176 Unternehmen der Kreativwirtschaft 12,6 Mio. Euro ausgeschüttet. Das Spektrum reichte dabei von Architektur über Mode bis hin zu Multimedia, Design, Medien und Musik.

Er verstehe “departure” jedoch nicht nur als Förderagentur, sondern auch als Denkwerkstätte, Beratungs- und Vernetzungsmotor, betonte Thun-Hohenstein. Er war bis zu seinem Amtsantritt in Wien Leiter des Österreichischen Kulturforums in New York: “Und ich hätte mir nach acht Jahren New York keine schönere Aufgabe wünschen können.”

Die Bedeutung von “departure” untermauerte auch Brauner. Im Zeichen einer Wirtschaftskrise, in der sich die neoliberale Ideologie von den Selbstheilungskräften des Marktes ad absurdum geführt habe, seien Initiativen zum Thema Innovation in Kunst und Kultur von entscheidender Bedeutung.

 

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