Wiener AKH: Hunderte Teilnehmer beim Protest gegen Sparmaßnahmen

Weiß, so weit das Auge reicht: Der Andrang bei der Protestversammlung im AKH war groß
Weiß, so weit das Auge reicht: Der Andrang bei der Protestversammlung im AKH war groß ©APA/Roland Schlager
Regen Zulauf gab es am Dienstag im Wiener AKH. Hunderte kamen zur ersten öffentlichen Protestversammlung im Zusammenhang mit der laufenden Spardebatte. Neben dem Betriebsrat kamen auch prominente Ex-Patienten zu Wort.
Ärzte-Protest im Wiener AKH
Das war die Versammlung
Protest gegen Kürzungen
Der Kampf geht weiter
Der AKH-Sparplan
Über die Zukunft des Allgemeinen Krankenhauses wurde bei der heutigen Versammlung detailliert gesprochen. “Wir wollen doch nicht, dass es für das AKH ‘Last Christmas’ heißt”, malte dabei etwa der Moderator Günther Frank ein düsteres Bild der AKH-Zukunft – mit Verweis auf den derzeit wohl berühmtesten “Bewohner” des Spitals, den ehemaligen “Wham!”-Sänger George Michael. Während dieser erwartungsgemäß nicht zu der Versammlung erschien, lobten Otto Schenk, Ex-Politikerin Freda Meissner-Blau und Unternehmer Attila Dogudan bei ihrem Auftritt die Arbeit der AKH-Ärzte.

AKH “herunterfahren” nicht sinnvoll

Zum Auftakt skizzierte der Vorsitzende des Betriebsrats des ärztlichen Personals, Ärztekammer-Vizepräsident Thomas Szekeres, noch einmal die drohenden Einschnitte. Er verwies etwa auf die geplanten Einsparungen bei den Journaldiensten und warnte vor verlängerten Wartezeiten bei Operationen. Werde das AKH “heruntergefahren”, sei dies weder wirtschaftlich noch medizinisch sinnvoll, versicherte er.

Med-Uni Wien in Budgetnöten

Anlass für die Aktivitäten sind die Budgetnöte der Medizinischen Universität Wien, an der die AKH-Ärzte angestellt sind. Mit 1. Februar 2012 werden im größten Spital des Landes die Journaldienste reduziert, wie die Med-Uni am Montag bekanntgab. Künftig sollen 146 statt 172 Ärzte pro Nacht bzw. am Wochenende im Einsatz sein.

Unzufrieden mit den Einsparungen am Wiener AKH zeigt sich auch Gesundheitsminister Stöger. Die Uni-Krankenanstalten hätten die Aufgabe, den Menschen auch entsprechend medizinisch zu versorgen, erklärte er am Dienstag.

Töchterle verständnisvoll

Wissenschaftsminister Töchterle zeigte Verständnis für die Nöte der AKH-Leitung. Er erklärte, dass mittlerweile 50 Prozent des Budgets für Patientenleistungen aufgewendet werden müssten, obwohl die Uni-Klinik grundsätzlich vor allem für Ausbildung und Forschung die Verantwortung trage. Die Finanzierung des AKH soll nun besser koordiniert werden, so Töchterle.

 

(APA/red)

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