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Wien-Wahl: Häupl denkt nicht an Koalitionen

©APA
Das Wiener Rathaus soll auch nach der Wien-Wahl koalitionsfreier Raum bleiben. Bürgermeister und SPÖ-Spitzenkandidat Michael Häupl ist der Erhalt der "Absoluten". Die Wiener SPÖ startet offiziell Anfang September in den Wahlkampf - mit Inhalten, wie Häupl versprach.
Häupl denkt nicht an Koalitionen

“Wir werden unsere Vorstellungen zu Wirtschaft, Bildung, Sicherheit und Zusammenleben in der Stadt präsentieren”, kündigte er an. Mit der politischen Konkurrenz, also etwa der FPÖ, werden sich die SPÖ-Wahlplakate nicht direkt auseinandersetzen. “Das Niveau des Herrn Strache kann ich nicht erreichen”, zeigte er sich überzeugt: “Das heißt aber nicht, dass wir uns jede Beleidigung gefallen lassen.” Auf den Plakaten der SPÖ werde es aber jedenfalls um Themen gehen.

Strache sei nicht in der Lage, zwischen der Religion des Islam und den “völligen Fehlinterpretationen” dieser Religion zu unterscheiden: “Wenn er der SPÖ Islamismus vorwirft, zeigt das ja, wes Geistes Kind er ist.” Er, Häupl, könne dann nur den früheren SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky zitieren – nämlich mit folgenden Worten: “Er ist halt ein wirklich dummer Mensch.”

Am Wahltag (10. Oktober) werde eine wichtige Entscheidung gefällt. Nämlich: “Wollen wir eine Stadt, in der die Menschen auf gutem Wohlstandsniveau friedlich miteinander leben, oder wollen wir in einer Stadt leben, wo Menschen aufeinandergehetzt werden, wo es brennende Häuser gibt und wo es drunter und drüber geht?”

Es seien “selbstverständlich” die Inhalte, die die Wiener interessieren, etwa die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Die weltweite Krise sei noch nicht vorüber. Das “zarte Pflänzchen” Konjunktur müsse gedüngt werden.

Häupl ist laut eigenen Angaben mit den ihm vorliegenden Umfragen zufrieden: “Aber sie zeigen, dass wir bis zur Wahl noch hart arbeiten müssen. In erster Linie müssen wir schauen, dass die Leute, die die SPÖ wählen, auch tatsächlich hingehen. Ich mache mir wahnsinnig viele Gedanken, wie ich sozialdemokratische Wähler mobilisieren kann.”

Auf Koalitionsfragen trifft dies nicht zu, schwört Häupl. Derzeit regiert die SPÖ mit absoluter Mandatsmehrheit. Spekulationen für den Fall des Verlustes derselben lehnt Häupl ab: “Ich unterhalte mich über die Verteilung des Fells, wenn der Bär erlegt ist.”

Wobei er durchaus Ausnahmen macht, etwa wenn es um die FPÖ geht. Hier sehe er keinerlei Möglichkeit einer gemeinsamen Regierungszusammenarbeit: “Zu unterschiedlich sind die Grundauffassungen darüber, wie es in der Stadt weitergehen soll.” Mit Ausgrenzung habe das nichts zu tun. Strache solle mit dieser “Jammerei” aufhören, empfahl Häupl dem Chef-Blauen.

Über seine persönliche Zukunft, also über einen möglichen Rücktritt während der nächsten Legislaturperiode, denkt der Wiener Bürgermeister – zumindest in Interviews – nicht nach: “Momentan bin ich fokussiert darauf, dass der 10. Oktober höchst erfolgreich wird. Schauen wir einmal.” Vieles werde davon abhängen, wie das Wahlergebnis aussehe.

Ob er auch Koalitionsverhandlungen führen würde? An diese denke er nicht, bekräftigte er, betonte aber zugleich: “Ich kann ihnen nur eines sagen: Ich bin sicherlich nicht jemand, der ein Chaos verursacht, sondern jemand, der ein Chaos löst.”

Das Interview führte Gerald Mackinger/APA

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