Wien verliert Kaufkraft an Umgebung

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Wien musste heuer durch die Stadtflucht der Wohlhabenden zwar Abstriche hinnehmen, belegt aber weiter mit 107,1 Indexpunkten (2005: 108,7) die Spitze bei heimischen Kaufkraft.

In den ¬ĄSpeckzonen¬ď der Ballungsr√§ume verdichtet sich der Wohlstand und die Kaufkraft ihrer Bewohner nimmt zu. Wer es sich leisten kann, zieht in √Ėsterreich in die Umgebung der gro√üen St√§dte.

Wien musste heuer durch diese Stadtflucht der Wohlhabenden zwar Abstriche hinnehmen, belegt aber weiter mit 107,1 Indexpunkten (2005: 108,7) die Spitze bei heimischen Kaufkraft. Das Bundesland Kärnten ist Schlusslicht bei der Entwicklung konsumkräftiger Schichten, trotz anziehender Kaufkraftstärke, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Marktforschers RegioPlan vom Mittwoch.

Durch die anhaltende Stadtflucht liegen die Umgebungen der österreichischen Städte wieder ganz vorne bei der Betrachtung der dynamischsten Regionen, heißt es in der Studie.

Zwar vermeldete Wien im Vergleich zu 2005 einen leichten R√ľckgang um 1,6 Indexpunkten mit einer Kaufkraft von 107,1 Indexpunkten, das Wohlstandsniveau in der Bundeshauptstadt ist jedoch nach wie vor deutlich √ľber dem √∂sterreichischen Durchschnitt von 100 Indexpunkten. So liegen die Bezirke mit den h√∂chsten Kaufkraft-Zuw√§chsen rund um Wien, Graz und Linz. Die Zuwachsraten gegen√ľber 2005 liegen hier bei 3 bis 6 Indexpunkten.

K√§rnten (inkl. Osttirol) hat im Vergleich zum Vorjahr wieder ein wenig an Boden gutmachen k√∂nnen, rechneten die Studienautoren vor. Mit einem Indexwert von 93,3 Punkten ist das s√ľdliche Bundesland aber nach wie vor die kaufkraftschw√§chste Region √Ėsterreichs.

Allgemein schrumpfen die regionalen Kaufkraftunterschiede immer weiter ‚Äď ein Trend, der nun schon mehrere Jahre anh√§lt. Zwischen dem Bundesland mit der geringsten und dem Bundesland mit der h√∂chsten Kaufkraft liegen mittlerweile nur noch knappe 14 Indexpunkte.

1997 lagen zwischen dem im Bundesländer-Ranking schlechtplatziertesten Bundesland Burgenland und dem damaligen wie heutigen Spitzenreiter Wien fast 28 Indexpunkte. Mittlerweile haben sich die regionalen Wohlstandsunterschiede nahezu halbiert.

W√§hrend man auf Bundesl√§nder-Ebene langfristig Richtung Wohlstand und damit Kaufkraft steuert, macht sich die Schere auf Bezirks-Niveau weiter auf. Mit Ausnahme von Vorarlberg liegen die Spannen zwischen dem reichsten und dem √§rmsten Bezirk immer √ľber 20 Indexpunkten.

Wien weist bundesweit das gr√∂√üte Wohlstandsgef√§lle √Ėsterreichs auf. Fast 140 Indexpunkte Unterschied sind zwischen den Nobelbezirken und √§rmeren Stadtvierteln m√∂glich. Die RegioPlaner orten als Gr√ľnde die Einsparungen bei den privaten Unternehmen und im √∂ffentlichen Dienst. Auch der Zuzug kaufkraftschwacher Bev√∂lkerungsgruppen trage zu diesem Ungleichgewicht bei.

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