Wien steht bei Logistikimmobilien vor Herausforderungen

In Wien steigen die Ansprüche an Logistikimmobilien.
In Wien steigen die Ansprüche an Logistikimmobilien. ©pixabay.com (Symbolbild)
Speziell in Wien steigen die Ansprüche an Logistikimmobilien. Grund dafür sind die, durch E-Commerce und Onlinehandel, veränderten Bedürfnisse von Wirtschaft und Konsumenten. Diese haben zunehmend den Wunsch nach "same-day-" oder sogar "two-hour-delivery, was die Dienstleister zwangsweise näher zum Kunden bringt.

Onlinehandel, geänderte Konsumgewohnheiten und Bevölkerungswachstum: Wien steht im Bereich Logistik künftig vor großen Herausforderungen. Dies geht aus dem seit heute vorliegenden aktuellen Logistik- und Industriemarktbericht von Otto Immobilien hervor.

Die gewerblichen Grundstückspreise in Wien liegen demnach abhängig von Lage und Größe derzeit zwischen 200 Euro und 350 Euro pro m². Durch die verstärkte Nachfrage nach Wohnraum ist künftig mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. “Wohnbauträger kaufen derzeit auch gewerblich gewidmete Grundstücke in der Erwartung einer Umwidmung auf Wohnnutzung”, berichtet Alexander Fenzl, Prokurist und Leiter des gewerblichen Maklerteams. Speziell innerstädtisch seien daher neue Konzepte gefragt, so etwa die Umnutzung von leerstehenden Erdgeschoss-Geschäftsflächen oder nicht mehr zeitgemäßen Bürogebäuden”, betont Tina Steindl, Teamleiterin für Industrie-, Gewerbe- und Logistikflächen bei Otto Immobilien.

Renditen in Wien deutlich gesunken

Die Renditen am Standort Wien sind gleichzeitig deutlich gesunken und befinden sich derzeit bei einem Wert von unter 5,75 Prozent. Obwohl Logistikinvestments traditionell nur einen geringen Anteil am Gesamtmarkt ausmachen, sind vor allem internationale institutionelle Investoren aktuell an modernen und nahezu vollvermieteten Objekten in guten Lagen, aber auch an Light-Industrial-Immobilien zur Endkonfektionierung interessiert, heißt es im Marktbericht.

Süden Wiens für Industrie- und Logistikimmobilien am attraktivsten

Die attraktivsten Lagen für Industrie- und Logistikimmobilien in Wien sind weiterhin der Süden, der Südosten sowie das Umland. Rund 70 Prozent der lokalen Flächennachfrage konzentriert sich auf dieses Gebiet, so Tina Steindl. Das Gebiet besticht durch seine Verkehrsanbindung direkt am Schnittpunkt der Autobahnen nach Westen, Süden, Osten sowie den Norden Europas. Allerdings holt der Norden der Bundeshauptstadt – etwa rund um Hagenbrunn – derzeit deutlich auf.

Immobilien in Wiens Zentrum stärker gefragt

Die größte Nachfrage gibt es laut Otto Immobilien weiterhin bei modernen Logistik- und Industrieflächen bis 5.000 m². Allerdings kann das bestehende hohe Angebot an älteren und nicht zeitgemäßen Bestandsobjekten den Bedarf oft nicht erfüllen. Durchschnittlich nachgefragt werden Hallenflächen von 1.500 m² bis 3.000 m² – wenngleich auch hier die Tendenz leicht steigt. “Aufgrund der geänderten Kundenbedürfnisse wollen viele Logistik-Dienstleister noch näher am Verbraucher sein und suchen derzeit Objekte in zentraler bzw. zentrumsnaher Lage, was freilich am entsprechenden Angebot scheitert”, berichtet Steindl.

Wien bei Mietpreisen unter dem europäischen Durchschnitt

Im Raum Wien bewegen sich die Nettomieten nach Recherchen der Otto Immobilien Gruppe abhängig von Lage, Qualität und Ausstattung in einer relativ weiten Bandbreite zwischen 2,50 und 6,00 Euro pro m² und Monat. “Die österreichische Bundeshauptstadt liegt damit im internationalen Vergleich unter dem europäischen Durchschnitt von 7,30 Euro pro m² und Monat”, so Alexander Bosak, Leiter der Immobilien Research bei Otto Immobilien. Logistikzentren an deutschen Standorten und in den großen Handelsmetropolen Westeuropas sind regelmäßig teurer, in angrenzenden osteuropäischen Staaten und Südeuropa etwas günstiger, so Bosak.

Wien und Linz als Logistikstandorte am attrakivsten

Untersucht wurde von Otto Immobilien schwerpunktmäßig der Großraum Wien. Er zählt zu den sieben für Industrie und Logistik wichtigen Regionen in Österreich. Aufgrund der starken lokalen Industrie sowie der attraktiven Infrastrukturbedingungen (Tri-Modalität durch Donau, Autobahn und Bahnanschluss) weisen laut Marktbericht die Standorte Wien und Linz die höchste Attraktivität auf.

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