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Wien-Pendler wünschen sich günstige Tickets und mehr Angebot

Hohe Ticketpreise und wenig Angebot lassen noch viele Pendler zum Auto greifen.
Hohe Ticketpreise und wenig Angebot lassen noch viele Pendler zum Auto greifen. ©APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER
Eine Umfrage der Arbeiterkammer Wien ergab: Beim Pendeln gibt es ein großes Verbesserungspotential. Bei einer Umfrage wünschten sich Pendler vor allem günstigere Tickets und mehr Züge.

Pendler wünschen sich günstige Netzkarten für den gesamten Verkehrsverbund, ein vergrößertes Zugangebot und mehr Park&Ride-Plätze auf den Bahnhöfen. Die Arbeiterkammer hat mehr als 2.000 Pendler aus der Ostregion online befragt. Mehr als ein Drittel braucht länger als 60 Minuten in die Arbeit, also mehr als zwei Stunden jeden Tag. Elf Prozent benötigen sogar mehr als 90 Minuten pro Strecke.

Auch Autopendler steigen auf Öffis um

Die Ergebnisse der Umfrage wurden am Freitag präsentiert. Gut die Hälfte der Autopendler steigt auf dem Weg zur Arbeit auch mindestens einmal auf Öffis um. Ein Drittel der Befragten war mit der Pünktlichkeit der Züge unzufrieden, rund ebenso viele mit der Zahl der Zugverbindungen. Auf einzelnen Bahnachsen gab es große Unterschiede, besonders die Nordbahn bekam viele Negativ-Bewertungen. Die Pendler fordern außerdem bessere Fahrgastinformationen und einen dichteren Öffi-Takt. Rund jeder fünfte Öffi-Pendler gab an, dass er häufig in Bahn oder Bus arbeiten würde, die meisten davon unentgeltlich. 70 Prozent der Befragten pendeln jeden Werktag, also fünfmal pro Woche.

"Bessere Öffis sind ein Schlüssel zur Verbesserung des Alltags der Menschen und zur Lösung der Klimakrise. Bus, Bahn und Bim werden angenommen, wenn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt", sagte AK-Wien-Präsidentin Renate Anderl und forderte massive Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr. Die Arbeiterkammern Niederösterreich, Burgenland und Wien verlangen zehn Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren für den Klimaschutz, davon 5,5 Milliarden für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel in Österreich. Die Ostregion als bevölkerungs- und verkehrsreichster Teil des Landes müsse davon besonders profitieren.

Pendeln ist nicht freiwillig

Pendeln sei nicht freiwillig. "77,6 Prozent in Niederösterreich pendeln aus ihrer Wohnort-Gemeinde aus. Ein Ausbau des öffentlichen Verkehrsangebots ist daher höchst erforderlich, sowohl was die Qualität als auch was die Leistbarkeit betrifft", sagte AK-Niederösterreich-Präsident Markus Wieser. Denn "wenn öffentlicher Verkehr mit entsprechenden Verbindungen und Angeboten verfügbar ist, dann wird er auch in Anspruch genommen".

Über 51.000 Burgenländer pendeln Tag für Tag in andere Bundesländer zur Arbeit - die Hälfte davon nach Wien und ein Viertel nach Niederösterreich. "Das Thema Pendeln hat für das Burgenland eine ganz besondere Bedeutung. Dementsprechend viele Burgenländer - 692 an der Zahl - haben an der Pendler-Befragung teilgenommen", sagte Gerhard Michalitsch, Präsident der AK Burgenland. Dabei zeige sich eine grundlegende Zufriedenheit mit den Öffi-Verbindungen. Trotzdem gebe es Verbesserungspotenzial.

(APA/red)

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