Wien muss in der Pflege mindestens 111 Millionen aufstocken

In Wien steigt die Nachfrage nach Pflegeplätzen rapide an.
In Wien steigt die Nachfrage nach Pflegeplätzen rapide an. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Die Stadt Wien muss bei der Pflege aufstocken. Der Einnahmenentfall wegen der Abschaffung des Pflegeregresses kostet Wien heuer rund 37,2 Mio. Euro. Dazu kommt die höhere Nachfrage nach Pflegeplätzen, die mit 74,1 Mio. Euro prognostiziert wird.

“Wir können jetzt nicht die Leute auf die Wartebank schicken. Wir können die Wienerinnen und Wiener nicht alleine lassen, nur weil es da keine bundesweiten Regelungen gibt”, sagte FSW-Chef Peter Hacker am Donnerstagabend in der “ZiB 2”. Mehrere Briefe an das Finanzministerium mit der Bitte um einen Gesprächstermin seien bisher unbeantwortet geblieben, kritisierte Hacker. “Das ist natürlich ein Drama. Es ist schon ein Viertel vom Jahr vergangen und wir haben keine Lösung der budgetären Fragen.”

Nachfrage an Pflegeplätzen stark gestiegen

Auch Sozialstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) forderte den Bund gegenüber der APA “dringend” auf, “endlich mit den Bundesländern in Gespräche zu treten, um für den Entfall des Pflegeregresses und den unmittelbaren wie auch mittelbaren Folgewirkungen einen finanziellen Ausgleich zu finden”.

Die Nachfrage nach Pflegeplätzen ist in Wien seit der Abschaffung des Regresses Anfang des Jahres stark angestiegen. Im Jänner lag sie im Vergleich zum Vorjahr bei einem Plus von 25 Prozent, im Februar waren es bereits 33 Prozent, hieß es aus dem FSW. Dazu komme, dass Menschen, die sich den Pflegeplatz bisher privat gezahlt haben, nun ebenfalls vom FSW gefördert werden.

Mehr als 1 Milliarde für Pflege

Die Stadt wendet jährlich rund eine Mrd. Euro für Pflege und Betreuung auf. 2016 waren es 1,028 Mrd. Euro. Davon wurden 350 Mio. durch Kostenbeiträge der pflegebedürftigen Kunden abgedeckt, 35 Mio. durch Einnahmen aus dem Pflegeregress.

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