Wien mit Migrationshintergrund: Berlinale zeigt Film "Risse im Beton"

"Risse im Beton" wird während der Berlinale gezeigt.
"Risse im Beton" wird während der Berlinale gezeigt. ©EPA/JENS KALAENE
Im Rahmen der 64. Berlinale wird in der Sektion Panorama auch der Film "Risse im Beton" von Umut Dag gezeigt.
Dreharbeiten in Wien

Wer einmal auf die schiefe Bahn geraten ist, hat es auch mit bestem Willen schwer, die Talfahrt aufzuhalten. Das ist eine der Aussagen des realistisch gestalteten Streifens “Risse im Beton” von Umut Dag, der in der Sektion Panorama der diesjährigen Berlinale läuft. Hinzu kommen Vater-Sohn-Beziehung, Drogenkriminalität und Gewaltbereitschaft im türkisch-arabischen Jugendlichen-Milieu von Wien.

Wien mit Migrationshintergrund

Wien-Brigittenau, Beton umgibt den 35-jährigen, eben erst aus der Haft entlassenen Ertan nicht nur in den kalten Bildern des Films, auch die neue Freiheit scheint sich vor ihm zu verschließen. Sein Bruder hat mit ihm gebrochen, mit dem eigenen Sohn und dessen Mutter ist ihm der Kontakt verboten. Nur jene aus dem kriminellen Leben von früher, die er meiden will, sind bereit, ihm Obdach zu geben. Dennoch sucht Ertan die Nähe seines halbwüchsigen Sohns, der soeben jene schiefe Bahn zu besteigen im Begriff ist, die seinem Vater zum Verhängnis geworden ist und vor der dieser ihn bewahren will.

Berlinale zeigt “Risse im Beton”

Umut Dag zeigt die Welt der jungen Wiener mit Migrationshintergrund: Macho-Gehabe und doch Suche nach Wärme trotz markiger Sprüche, Suche nach Anerkennung als Rapper, Drogengeschäfte als trügerische Geldquelle. Der Regisseur präsentiert sie unaufgeregt, alltäglich, mit überzeugenden Schauspielern. Eine in sich stimmige Milieustudie, auch wenn der Hauptdarsteller im Wirrwarr der Widerwärtigkeiten vielleicht doch ein wenig zu idealistisch gezeichnet erscheint.

(APA/Red)

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