Wien: Kneissl traf PLO-Politikerin Ashrawi

Außenministerin Kneissl traf sich mit der PLO-Politikerin Ashrawi in Wien.
Außenministerin Kneissl traf sich mit der PLO-Politikerin Ashrawi in Wien. ©APA/Herbert Pfarrhofer
Bereits vor der Wiener Konferenz gegen Antisemitismus und Antizionismus traf sich Außenministerin Kneissl mit der christlich-palästinensischen Politikerin Hanan Ashrawi in Wien.

Wenige Tage vor der Wiener Konferenz gegen Antisemitismus und Antizionismus hat Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) die christliche palästinensische Politikerin Hanan Ashrawi empfangen. Das Außenministerium bestätigte der APA eine Aussendung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) vom Montag. Das Gespräch fand demnach bereits am Samstag statt.

Kneissl und Ashrawi: Treffen in Wien

Es habe einen “guten Austausch zur aktuellen politischen Lage” gegeben, hieß es aus dem Außenministerium in Wien. “Nähere Angaben” über den Inhalt könnten jedoch keine gemacht werden.

Die führende PLO-Vertreterin schrieb indes am Sonntag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: Das Treffen mit Kneissl “war sehr offen, informativ und freundlich. Ich habe betont, dass die Vermischung von Kritik an Israel mit Antisemitismus falsch und kontraproduktiv” sei. In der PLO-Aussendung hieß es zudem, Ashrawi forderte “wirksame multilaterale Maßnahmen, insbesondere aus europäischen Ländern wie Österreich, um Israel für seine ungeheuerlichen Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen” und um für einen “unabhängigen und souveränen palästinensischen Staat” zu sorgen.

Ashrawi traf sich mit österreichischen Abgeordneten

Kneissl hatte erst am Wochenende die Politik der Europäischen Union gegenüber Israel kritisiert. “Ich habe den Eindruck, dass besonders strenge Maßstäbe an Israel angelegt werden”, sagte die Außenministerin in einem Interview der “Times of Israel”. Es brauche “mehr Realismus” in den EU-Israel-Beziehungen, “und das ist etwas, wofür sich Österreich aktiv einsetzt”. Zudem betonte sie mit Blick auf die Wiener Konferenz am Dienstag und Mittwoch, dass sowohl Antisemitismus als auch Antizionismus abzulehnen seien.

Palästinensische Vertreter sehen jedoch Zionismus, wie ihr Botschafter in Wien, Salah Abdel Shafi, jüngst erklärte, als “eine politische, koloniale Bewegung” und es sei “integraler Bestandteil von Meinungsfreiheit”, die Politik des Staates Israel kritisieren zu dürfen.

Am Freitag hatte Ashrawi sich bereits mit österreichischen Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und der Liste Pilz getroffen. Dabei bekräftigte sie laut Parlamentsaussendung ihre scharfe Kritik an den USA, die seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump eine ausgeprägt israel-freundliche Politik verfolgt.

(APA/Red)

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