Wien ist gegen Großbrände geschützt

25 Menschen starben vor einem Vierteljahrhundert bei einem Großbrand im "Hotel am Augarten" - laut Feuerwehr sind heute Brandschutzmaßnahmen deutlich besser - Großbrand dieser Art nicht mehr möglich.

Am 28. September jährt sich eine der größten Feuerkatastrophen in Wien zum 25. Mal: Bei einem Brand im „Hotel am Augarten“ in Wien-Leopoldstadt kamen im Jahr 1979 insgesamt 25 Menschen ums Leben, 20 ausländische Touristen und fünf Österreicher. Weitere 37 Personen wurden verletzt. Der jetzige Wiener Branddirektor Friedrich Perner war damals als dritter Bereitschaftsoffizier der Feuerwache Favoriten an Ort und Stelle und erinnert sich im APA-Gespräch: „Das Feuer an sich war nichts Dramatisches, es hat sich aber ein Schwelbrand mit starker Rauchentwicklung entwickelt. Die Gäste wurden im Schlaf überrascht und sind an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben.“

Großbrand heute fast unmöglich


Heutzutage sei ein derart spätes Bemerken eines Brandes – erst nach eineinhalb Stunden war damals die Alarmierung erfolgt und der Rauch schon in alle Stockwerke vorgedrungen – nicht mehr möglich. „Wien ist praktisch hundertprozentig sicher vor Großbränden, außer sie entspringen einem terroristischen Akt“, sagt der Branddirektor der Wiener Berufsfeuerwehr. Das gelte auch und insbesondere für die Hotels.


Im Anschluss an die Katastrophe am Augarten war eine Kommission mit Vertretern der Magistrate, der Hotellerie, der Wirtschaftskammer und der Feuerwehr gegründet worden, die in jedem Wiener Hotel mit mehr als 50 Betten eine Begehung durchführte. Es wurde beschlossen, einen zweiten Fluchtweg neben dem Stiegenhaus zu installieren und außerdem die Rezeption vom Stiegenhaus und dieses wiederum von den Gängen baulich durch Wände und Türen zu trennen – was binnen fünf Jahren in allen betroffenen Hotels umgesetzt wurde. Perner: „Diese Maßnahmen hätten das Unglück im Hotel am Augarten verhindert.“


Die derzeitige Brandsicherheit in den Hotels der Bundeshauptstadt bezeichnete Perner als „sehr sehr hoch“. Und dieses Attribut gebühre allen Gebäuden, in denen es zu größeren Menschenansammlungen komme, also auch Museen, historische Plätze und Kaufhäuser. „Wir haben überall Brandmelder, die eine Rauchentwicklung sofort in die Feuerwehrzentrale melden. In den meisten großen Kaufhäusern gibt es zusätzlich Sprenkleranlagen.“ Seit dem Großbrand in der Hofburg im November 1992, damals wurden die Redoutensäle und der darüber liegende Dachstuhl komplett zerstört, gibt es dort und auch im Schloss Schönbrunn zusätzlich eine eigene Betriebsfeuerwehr.

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