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Wien - Innere Stadt: Ursula Stenzel forever?

Ursula Stenzel, Bezirksvorsteherin in Wien, Innere Stadt
Ursula Stenzel, Bezirksvorsteherin in Wien, Innere Stadt ©APA
Wenn in Wien ein Bezirksvorsteher eine Weile im Amt ist und Spuren in seinem Reich hinterlassen hat, wird er gern zum "Bezirkskaiser" erhoben. Ursula Stenzel hat sich diesen Titel ebenfalls schon verdient - und will weiter bleiben.

Die Sonntagspresse widmet der seit 2005 in der Innenstadt residierenden Bezirkschefin die Titelseite im Wien-Teil – mit Recht. Denn “gefühlt” ist sie schon seit Ewigkeiten Herrin über die Innenstadt, trotz der ebenfalls nicht gerade unauffälligen Vorgänger.

Die ehemalige ORF-Sprecherin und EU-Delegationsleiterin ist eben nicht nur mit der Verwaltung des zentralsten Bezirks der Stadt betraut, sondern zudem auch persönlich präsent und weiß ihren Standpunkt zu Gehör zu bringen. Sie steht sichtlich hinter ihrer Aufgabe: nach ihren eigenen Worten den Bewohnern des Bezirks, die allzu leicht vergessen werden zwischen den Interessen der Wirtschaft und der Lokalszene, eine aktive Lobby zu sein.

Kein Wunder also, dass die amtierende Bezirksvorsteherin auch mit 64 Jahren und nach privaten Schicksalsschlägen – im Juli starb ihr Mann – durchaus noch den Wunsch verspürt, die Geschicke der Inneren Stadt weitere fünf Jahre aktiv zu lenken.

Ihre politischen Themen sind Dauerbrenner: Die sichtbare Gestaltung des Bezirks und seiner Vorzeigestraßen (Stichwort Kärntner Straße, Maiglöckchenlampen), Schutz der Bevölkerung vor Lärm (Veranstaltungen), Dreck und Gestank (Fiaker) sowie ein Bettelverbot.

Alles Anliegen, die bürgernah sind und innerhalb ihrer Wählerschaft zweifellos mehrheitsfähig scheinen. Wer gegen sie antritt, muss also hart im Nehmen sein.

Dabei gibt es durchaus Gründe, gegen Stenzel zu sein: Viele ihrer Forderungen sind umstrittenen. Speziell die Idee der Schließung von Punschständen in der Weihnachtszeit und ein Einbremsen des über Wien hinaus beliebten Silvesterpfades sowie Erschwernisse für die Straßenkünstler in den Fußgängerzonen mögen für die direkten Anrainer verlockend klingen, für die Stadt als Ganzes und für die Bewohner der umliegenden Bezirke, die ihre Freizeit in der Innenstadt verbringen wollen, bringen Wünsche wie diese Sorgen. Würde Stenzel mit all ihren Vorschlägen durchkommen, müsste manche Veranstaltung außerhalb des Rings stattfinden, und das würde in letzter Konsequenz auch die Lokalszene – Stichwort Bermudadreieck – in Bedrängnis bringen. Allerdings ist sich Stenzel dieser Verbindung durchaus bewusst und appellierte zuletzt auch in der Raucher/Nichtraucher-Frage an die persönliche Eigenverantwortung von Gast und Wirt, um kein Angst- und Vernaderer-Klima entstehen zu lassen, in dem die Gaststätten nicht gedeihen könnten.

Mit den Nachbarbezirken gab es zuletzt Ärger um die Otto-Wagner-Pavillons, die durch eine Grenzverschiebung von der Inneren Stadt zu Wieden (ebenfalls ÖVP) wandern sollten. Stenzel weigerte sich mit den Worten “Die Innere Stadt gibt gar nichts ab”, wurde letztlich jedoch vom Landtag ausgestochen – mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und Grünen.

Ein Thema wird Ursula Stenzel im Wien-Wahlkampf jedenfalls sein – als schwarze Bastion mitten im roten Wien.

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