Wien: Homosexuelle als Pflegeeltern

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Die Stadt Wien will homosexuelle Paare als Pflegeeltern gewinnen. Derzeit versorgen 349 Familien rund 450 Pflegekinder. Die FPÖ spricht von einem "wahnwitzigen Modell".

Weil es in der Bundeshauptstadt jedoch an Betreuern mangelt, sind weitere rund 680 Wiener Kinder in den angrenzenden Bundesländern untergebracht. Um diesen Umstand zu beheben, hat die Stadt nun eine Kampagne gestartet, mit der man vor allem homosexuelle Paare und Alleinerziehende motivieren will, Pflegeeltern zu werden.

Bereits jetzt gebe es einige wenige homosexuelle Lebensgemeinschaften in Wien, die Pflegekinder bei sich aufgenommen hätten, so Daniela Attwood von der zuständigen Magistratsabteilung 11 im APA-Gespräch. Mit der neuen Kampagne wolle man hier ein Signal setzen und deren Zahl ebenso wie die der im Programm tätigen Alleinerziehenden deutlich steigern. Unter dem Motto „Wir bringen das zusammen“ werden Plakate, Inserate und Straßenbahnaufkleber eingesetzt.

Damit schließt man an eine 2003 gestartete Werbung an, mit der bereits die Zahl der Pflegeeltern um 40 Paare gesteigert werden konnte. Allerdings hatten sich die damaligen Sujets vornehmlich an „klassische“ Familien gerichtet.

Pflegemamas und – papas kommen dann zum Einsatz, wenn in problematischen Familiensituationen niemand die Erziehung eines Kindes verantworten kann. Buben und Mädchen aus solchen Situationen brauchen Ersatz, der für einen unterschiedlichen Zeitraum die Aufgaben der leiblichen Eltern übernimmt. Mangelware sind dabei in Wien vor allem Plätze für ältere Kinder ab drei Jahren, da diese „einen größeren Rucksack“ mitbrächten, so Attwood.

Den gesuchten Pflegeeltern muss von Anfang an bewusst sein, dass sie möglicherweise nur vorübergehend Wegbegleiter des Kindes sind. Zwar bleiben 80 Prozent der Pflegekinder bis zur Volljährigkeit in den Pflegefamilien, der Kontakt zu den leiblichen Eltern muss aber jederzeit weiter bestehen.

FPÖ-Strache: “Wahnwitzig!”

Der Plan der Stadt Wien, verstärkt homosexuelle Paare als Pflegeeltern zu gewinnen, stößt bei der FPÖ auf erbitterten Protest. Parteichef Heinz-Christian Strache kündigte am Freitag in einer Aussendung an, eine entsprechende Gegenkampagne zu inszenieren, sollte die zuständige Magistratsabteilung 11 nicht von ihrem „wahnwitzigen Modell“ abrücken.

„Offenbar wollen ein paar wild gewordene Alt-68er unter der Federführung von Stadträtin Grete Laska (SPÖ, Anm.) ihre Vision von der Zerschlagung gewachsener, gesellschaftlicher Strukturen weiter vorantreiben“, konstatierte der FP-Obmann. Dadurch sollten die Österreicher wohl darauf vorbereitet werden, dass homosexuelle Lebensgemeinschaften mit der heterosexuellen Ehe gleichgestellt würden, vermutete er. Kindererziehung, Kindesbetreuung und Adoption müssten jedoch heterosexuellen Paaren vorbehalten bleiben, so Strache.

Rund 100 Pflegepersonen nutzen derzeit in Wien auch die seit 2003 offiziell eingeführte Möglichkeit einer Anstellung. Mit dieser, die nebst Sozialversicherungen ein Einkommen von knapp über der Geringfügigkeitsgrenze garantiert, sind zahlreiche Fortbildungen, Gruppensupervisionen und Ähnliches verbunden.

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