Wien Energie erzeugte im ersten Halbjahr 2013 deutlich weniger Strom

Im ersten halbjahr 2013 wurde deutlich weniger Strom erzeugt.
Im ersten halbjahr 2013 wurde deutlich weniger Strom erzeugt. ©dpa (Symbolbild)
Weniger Strom, aber mehr Fernwärme ist im ersten Halbjahr 2013 von Wien Energie produziert worden. Beim Absatz gab es Zuwächse in allen drei Bereichen Strom, Gas und Fernwärme. Ausgebaut wird die Produktion aus erneuerbaren Energien.
Private Nutzung von Dienstfahrzeugen
Vergleichswerte im Herbst 2012
Bürgersolarkraftwerke in Wien

Die Stromerzeugung der Wien Energie sank im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf rund 2.418 Gigawattstunden (GWh). Die Fernwärmeproduktion stieg um 8 Prozent auf 3.327 GWh. Insgesamt erzeugte die Wien Energie GmbH in den ersten sechs Monaten 2013 mit 5.744 GWh um 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Erneuerbare Energien im Trend

Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion lag bei 22 Prozent, nach 16 Prozent im Vorjahreszeitraum, so Geschäftsführerin Susanna Zapreva. Der Trend zur dezentralen Erzeugung werde fortgesetzt. So werde es heuer in Wien sieben Bürgersolarkraftwerke geben und in Niederösterreich fünf Anlagen. Auch für Windräder ist künftig ein ähnliches Beteiligungsmodell geplant.

Der Energieabsatz stieg insgesamt um 5 Prozent auf 13.153 GWh, dabei gab es beim Strom ein Plus von 3 Prozent auf 4.873 GWh, bei Gas um 6 Prozent auf 4.768 GWh und bei Fernwärme von 7 Prozent auf rund 3.512 GWh. Die Temperaturen lagen im ersten Halbjahr – gemessen an der Heizgradsumme – im Versorgungsgebiet der Wien Energie im ersten Halbjahr um 14,3 Prozent unter dem langjährigen Trendwert und um 10 Prozent unter Vorjahr. Die Heizgradsumme ist eine in der Energiewirtschaft übliche Messgröße und gibt die Anzahl der Tage mit Heizbedarf an. In der Heizperiode 1. Oktober 2012 bis Ende Juni 2013 waren die Gaskosten für einen Durchschnittskunden witterungsbedingt um rund 20 Euro höher.

Gas und Strom billiger

Gas und Strom wurden wie berichtet mit 1. Oktober um durchschnittlich 3,6 Prozent verbilligt, dabei handelt es sich um den reinen Energiepreis. Die Energierechnung besteht zu rund 40 Prozent aus dem reinen Energiepreis, dazu kommen die Netztarife sowie Steuern und Abgaben. Die Ersparnis für einen Durchschnittskunden mit 3.500 kWh Jahresstromverbrauch und 20.000 kWh Gasverbrauch wird mit rund 46 Euro pro Jahr beziffert. Für den reinen Energiepreis sieht Wien-Energie-GmbH-Geschäftsführer Robert Grüneis aktuell kein weiteres Senkungspotenzial. Für die Strom- und Gasnetze ist gemäß den gesetzlichen Entflechtungsvorschriften eine eigene Gesellschaft, die Wiener Netze GmbH, zuständig.

Zusätzlich zur Preissenkung wurde von der Wien Energie GmbH ein Energieeffizienzpaket geschnürt, bei dem sich die Kunden über Rabatte für effizienzsteigernde Produkte und Dienstleistungen bis zu 100 Euro holen können. Zur Verfügung stellt die Wien Energie für die Aktion, die bis Ende September 2014 läuft, insgesamt 7 Millionen Euro. Ein weiteres Anreizsystem für effizienzsteigernde Maßnahmen werde bereits geschnürt.

Tarife bei Wien Energie

Das Sparpotenzial beim Tarif “Optima Float”, der monatlich an den Marktpreis angepasst wird, liegt laut Wien Energie gegenüber günstigen Anbietern im Tarifkalkulator der E-Control für einen Durchschnittskunden bei rund 40 Euro pro Jahr (ohne Rabatte). Im Tarifkalkulator sei man damit aber nicht vertreten, kritisierte Grüneis. Die Ablehnung sei mit der Komplexität des Produkts begründet worden. Mit 2. Oktober gestartet wurde die elektronische Wechselplattform.

Nach wie vor schwierig seien die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit niedrigen Strom- und CO2-Preisen sowie hohen Gaspreisen, so Zapreva. Bei der Gasbeschaffung seien mittlerweile bereits 80 Prozent börseninduziert, die restlichen 20 Prozent ölpreisinduziert. Bereits auf börseninduziert umgestellt seien die Wien-Energie-Verträge mit der norwegischen Statoil. Mit der Gazprom wird noch via EconGas verhandelt. Die Wien Energie beschaffe mittlerweile mehr als die Hälfte selbst und nicht über die EconGas, an der neben der mehrheitlich beteiligten OMV auch die EVN und die Wien Energie je 16,5 Prozent halten.

Umgesetzt hat die Wien Energie GmbH im ersten Halbjahr 1,05 Milliarden Euro. Vergleichszahlen sind wegen der Umstellung des Geschäftsjahres auf das Kalenderjahr nicht verfügbar. Das Betriebsergebnis (Ebit) betrug 47 Millionen Euro, das Finanzergebnis 27,4 Millionen Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 74,4 Millionen Euro und der Jahresüberschuss 74,3 Millionen Euro. Geschäftsführer Thomas Irschik sprach insgesamt von einem zufriedenstellenden ersten Halbjahr, man sei über Plan gelegen.

Positives Betriebsergebnis erwartet

Für das Gesamtjahr sei mit einem positiven Betriebsergebnis zu rechnen. Der Jahresüberschuss werde aber unter dem Halbjahr erwartet, auch wegen des Investitionsprogramms in der zweiten Jahreshälfte. Im ersten Halbjahr wurden knapp 60 Mio. Euro investiert, für das Gesamtjahr seien 228 Millionen Euro vorgesehen. Keinen weiteren Handlungsbedarf gibt es bei den Rückstellungen für mittelbare Pensionsverpflichtungen für Beamte, deren Nachdotierung im Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende September) ebenso wie Kraftwerksabschreibungen zu einem Verlust von 260 Mio. Euro beigetragen hatten. Beschäftigt waren bei der Wien Energie per Ende Juni stabil 2.775 Mitarbeiter, davon rund 850 Beamte. Die Zahl der pensionierten Beamten wird mit etwas über 1.000 angegeben. (APA)

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