Wien: Einheitliches Taxitarifmodell wurde fixiert

Die Regelung sieht Grund-, Strecken- bzw. Zeittarif vor.
Die Regelung sieht Grund-, Strecken- bzw. Zeittarif vor. ©APA/GEORG HOCHMUTH
In Wien wurde ein neues Taxitarifmodell fixiert. Künftig werden sich die Preise für eine Fahrt aus einem Grund-, Strecken- bzw. Zeittarif zusammensetzen.

Wien hat ein neues Taxitarifmodell fixiert. Die entsprechende Einigung wurde am Freitag vom Wiener Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ), Arbeiterkammerpräsidentin Renate Anderl und dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck, verkündet. Die Preise für eine Fahrt durch Wien setzen sich künftig aus einem Grund-, Strecken- bzw. Zeittarif zusammen.

Anbieter - auch Uber - müssen sich an Vorgaben halten

Wien hat damit die neuen Regeln zur Vereinheitlichung des Taxi- und Mietwagengewerbes umgesetzt. Schon bisher war bekannt, dass man System des Taxitarifs beibehält. Eine theoretisch ebenfalls mögliche Freigabe der Preisgestaltung wird es nicht geben, war schon zuletzt klargestellt worden. Künftig müssen sich jedenfalls alle Anbieter - auch Mietwagenplattformen wie Uber - an diese Vorgaben halten.

Für Fahrten, bei denen ein Taxi auf der Straße herangewunken oder am Standplatz genommen wird, gilt künftig ein Grundtarif von 3,40 Euro am Tag und 3,80 Euro in der Nacht. Dazu kommt ein Streckentarif für 1 bis 5 Kilometer von 0,80 Euro sowie 0,50 Euro ab 5 Kilometer. Der Zeittarif für Standzeiten beträgt 0,50 Euro pro Minute. Zuschläge sind jedoch möglich. Vorbestellte Fahrten können, so wurde versprochen, in Zukunft mit einer Preisspanne von 20 Prozent nach unten wie nach oben vorausberechnet werden. Die Rückkehrpflicht, wie sie bisher für Mietwagen gegolten hat, entfällt.

Begutachtung und einjährige Beobachtungsphase stehen an

In einem nächsten Schritt geht die Verordnung in Begutachtung sowie in eine einjährige Beobachtungsphase. Dabei sollen etwa die Sozialpartner Daten zum neuen Tarifmodell sammeln sowie dessen Umsetzung und Wirkung prüfen, hieß es. Besonderes Fokus solle hier auf Klimaschutz bzw. Lohn-und Sozialdumping gelegt werden.

"Für eine moderne Stadt wie Wien ist es wichtig, Mobilität neu zu denken und im Sinne des Bedarfs unserer Bevölkerung wie auch der internationalen Gäste zu optimieren. Mit diesem Schritt schaffen wir nicht nur einen qualitativen Sprung nach vorne und verbessern das Mobilitätsangebot in Wien, sondern fördern damit auch den Wirtschafts- und Tourismusstandort Wien im internationalen Standortwettkampf. Möglich macht das vor allem die im letzten Jahr verordnete Landesbetriebsordnung, die wichtige Qualitätsmerkmale beinhaltet und zur Modernisierung des Personenbeförderungsgewerbes beigetragen hat", versicherte Hanke.

NEOS: "Faire und liberale Rahmenbedingungen für Branche geschaffen"

Der Wirtschaftssprecher des Koalitionspartners NEOS, Markus Ornig, zeigte sich ebenfalls überzeugt: "Mit dieser Einigung haben wir faire und liberale Rahmenbedingungen für die Branche und ein breites, transparentes Angebot für die Wienerinnen und Wiener geschaffen. Zudem setzen wir ein ganz starkes Zeichen für den Klimaschutz: Ab 2025 sollen in Wien nur noch Elektro-Autos als Taxis neu zugelassen werden und die leidige Rückkehrpflicht ist auch Geschichte."

"Die neue Regelung soll dazu beitragen, Lohn- und Sozialdumping in dieser Branche, was wir leider immer wieder beobachten, hintanzuhalten", betonte AK-Präsidentin Renate Anderl. Wirtschaftskammerpräsident Ruck zeigte sich zufrieden, dass nun Rechtssicherheit und faire Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer gelten würden.

Uber zeigte sich erfreut

Auch Uber zeigte sich in einer Stellungnahme erfreut, dass man - laut dem Unternehmen ab 1. März - wieder das Produkt "UberX" mit begrenzt flexiblen Tarifen anbieten könne. "Welche Auswirkungen das vorgegebene, enge Tarifkorsett auf die Kunden und den Markt hat, wird sich in den nächsten Monaten zeigen", hieß es. Man hoffe, dass nach der Beobachtungsphase die richtigen Entscheidungen für die Fahrer oder auch für Konsumenten getroffen würden. "Gerne werden wir uns weiterhin konstruktiv an den Diskussionen beteiligen, damit der Rahmen künftig zum Vorteil aller weiterentwickelt werden kann."

(APA/Red)

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