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"Wien - Eine Stadt im Spiegel der Literatur": Start der Ausstellung

Am 12. April startet eine neue Ausstellung im Literaturmuseum Wien.
Am 12. April startet eine neue Ausstellung im Literaturmuseum Wien. ©APA/Hans Klaus Techt
Im Literaturmuseum Wien startet am 12. April die Ausstellung "Wien - Eine Stadt im Spiegel der Literatur". Die Sonderschau präsentiert Schwerpunkte aus der Zeit nach 1945.

Wer die unterschiedlichen Facetten der Bundeshauptstadt erkunden möchte, kann dies nun auch auf vergleichsweise kleinem Raum – nämlich im Literaturmuseum – bewerkstelligen. Anhand von Büchern, Manuskripten, (Ton-)Dokumenten oder Fotos bietet die Ausstellung “Wien – Eine Stadt im Spiegel der Literatur” eine Vielzahl von Einblicken in Werke, in denen die Donaumetropole als Protagonist fungiert.

Anders als die vor einem Jahr präsentierte Sonderschau, die sich der Wiener Moderne widmete, wird nun der Schwerpunkt auf die Zeit ab 1945, also die Epoche nach NS-Terror und Zweiten Weltkrieg gelegt. Dementsprechend ist vom vergangenen Glanz der Hauptstadt in den betreffenden Texten nichts mehr zu finden, wie Bernhard Fetz, Museumsleiter und Kurator, bei der Präsentation am Donnerstag erläuterte. Die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Johanna Rachinger, wies ebenfalls darauf hin, dass die graue Atmosphäre des Nachkriegwiens so manchen Autor wohl auch frustriert und verärgert haben dürfte.

300 Objekte von 40 Künstlern beleuchtet deren Verhältnis zu Wien

Nichtsdestotrotz war das literarische Schaffen in jenen Jahren höchst reichhaltig. Die Exponate der Schau stammen von mehr als 40 Autorinnen oder Autoren. Anhand von mehr als 300 Objekten wird deren Verhältnis zu Wien beleuchtet. An der Stadt haben sich unter anderem Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Josef Haslinger, Jeannie Ebner, Thomas Bernhard, Peter Henisch, Ruth Klüger, Hilde Spiel, Frederic Morton, Brigitte Schwaiger oder Hertha Kräftner abgearbeitet.

Gegliedert ist der Rundgang in einzelne Kapitel, wobei “Wienblicke” den Auftakt machen. Dort widmet man sich etwa Ingeborg Bachmanns ursprünglich für den Roman “Malina” vorgesehene Erzählung “Besichtigung einer alten Stadt” (1971) – in der von Einheimischen ein touristischer Standpunkt (mittels Teilnahme an einer Besichtigungstour) eingenommen wird. Das Originalmanuskript aus dem Nachlass ist dabei zum ersten Mal zu sehen.

Ausstellung beleuchtet Tatorte in Wien

Abseits von City und Fremdenverkehrshighlights spielt aber auch die Peripherie immer wieder ein zentrale Rolle. Das Alltagsleben kommt etwa in den Dialektgedichten von Christine Nöstlinger und Trude Marzik zur Sprache. Auch Peter Henisch flaniert durch die Außenbezirke. Das nicht mehr existierende Überschwemmungsgebiet an der Donau – das in der Schau auch mittels historischem Foto dokumentiert wird – wird wiederum von Michael Scharangs “Charly Traktor” erkundet. Völlig anders stellte sich Wien hingegen für Elfriede Gerstl dar, nämlich als eine “Stadt mit Ärmelschoner”.

Auch auf den (Verbrechens-)Tatort Wien wird eingegangen – mit quasi üblichen Verdächtigen wie Graham Greenes “Der dritte Mann”, Heimito von Doderers “Die Dämonen” oder Josef Haslingers Politthriller “Opernball”. Ein zentrales Motiv der Schau ist weiters die “Vergessenshauptstadt” Wien, wie sie von Robert Schindel tituliert wurde. Erinnerungsbücher von Emigranten bzw. Überlebenden des Nationalsozialismus sind hier zu finden. Der Nachlass Frederic Mortons (“Ewigkeitsgasse”) oder der Vorlass Ruth Klügers (“weiter leben. Eine Jugend”), die sich seit kurzem im Besitz der ÖNB befinden, werden hier erstmals exemplarisch gezeigt.

Ausstellung “Wien – Eine Stadt im Spiegel der Literatur” startet am 12. April

Schließlich ist auch der wohl für Beobachter optimalsten Form der Fortbewegung ein Abschnitt gewidmet – dem Gehen. Hier werden Thomas Bernhards gleichnamiger Text aus dem Jahr 1971 und Peter Handkes Fußmarsch vom Flughafen in die Stadt gegenübergestellt, für den sich dieser 2003 entschied, als er zur Premiere des von ihm übersetzten Sophokles-Stücks “Ödipus in Kolonos” anreiste. Er machte prompt in einem Gasthaus am Alberner Hafen Station – mit der Erkenntnis: “Super, da kann ich mir gleich eins antrinken, bevor ich ins Burgtheater gehe. Das war wirklich einer der schönsten Momente meines Lebens.”

Datum: 12. April 2019 bis 16. Februar 2020
Ort: Literaturmuseum Wien

(APA/Red)

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