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Wien ärgert sich schwarz und blau

Eine Hommage an den Wiener/die Wienerin - und alte Rollenmuster.
Eine Hommage an den Wiener/die Wienerin - und alte Rollenmuster. ©Gebrüder Moped
Gastkommentar der Gebrüder Moped: Eines hat die vergangene EU-Wahl sehr eindrucksvoll bewiesen - Alle Menschen sind gleich, aber Wien ist anders.

Der klassische Wiener (beiderlei Geschlechts, versteht sich) lässt sich eben nicht so schnell vom sozialromantischen Mainstream anstecken. In aller gemütlicher Friedliebigkeit, aber bestimmt setzt er sich dem trabigen Tugend-Terror entgegen. Kann ihn schließlich buckelfünferln, dieses Gutmenschen-Diktat. Überhaupt war schon in der Schule das Diktat, also die (klare) Ansage nicht seines. Er ist eher der Typ Gedächtnisübung. Der Wiener per se erinnert sich gern in rührseliger Nostalgie:

Angezipfte Zwiderwurzn

Ja, er mag seine Stadt nicht, sein Land nicht, seinen Kontinent nicht, es ist ihm im Grunde seines Herzens alles blunzn, beziehungsweise eher zuwider, er ist einfach mit gar nichts zufrieden, er pfeift auf zentralistisch gepredigte Orchideen-Themen wie Umweltschutz, Friedenserhaltung, erneuerbare Energien, Nahrungsmittelsicherheit oder menschliche Asylpolitik, fürchtet sich vorm bösen Bulgaren, vorm rotzfrechen Rumänen, vorm geldgeilen Griechen, vorm Hund beim Chinesen und mehr noch vorm Trümmerl, er geht im Fasching als Roberto Blanco, möchte Vegetarier am Liebsten durch den Fleischwolf jagen, trägt für seinen gepflegten Grant sein goldenes Herz schon gern ins Pfandl, flucht sich durch den Frühverkehr, schickt die Radler ins Rektum, steht auf Autorennen auf der Mariahilfer Straße, findet keinen Parkplatz und Manfred Juraczkas griesgrämiges Gesicht sexy, denn seine Liebe gilt der Larmoyanz, er lässt sich nicht auf eine falsche Fährte führen, nur weil ein ungeheuerlich großer Anteil der FPÖ-Funktionäre bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, er bekommt Schrumpfhoden beim Anblick eines Life-Ball-Plakates, tut aber nix, weil’s eh wurscht is’ und raunzt, als würde er dafür bezahlt, er besteht auf Kruzifix und Dolfuß-Bild im Klassenzimmer, bestellt drei Bier um fünf Uhr fünfundvierzig und respektiert mit Bauchweh Thomas Neuwirth, Jürgen Udo Bockelmann, sowie ihre jeweiligen Kunstfiguren, er wünscht Homosexuellen baldige Besserung, unserem Land wieder bombensichere Grenzposten und sich für sein Leben den Tod.

Oder anders, Oida?

Oder war das nur die Alte Schule? Und mittlerweile taugt dem Wiener sogar die Ansage: Wien ist anders … geworden!

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