Wien: 200.000 Fans und lange Nacht erwartet

150.000 bis 200.000 Fans werden sich am Freitagabend in Wien aufhalten, wenn im Ernst-Happel-Stadion Kroatien zum Viertelfinalspiel auf die Türkei trifft.

40.000 bis 50.000 Anhänger der türkischen Nationalmannschaft werden erwartet, die nicht nur aus der Türkei selbst und aus Wien, sondern auch aus Deutschland zum Spiel anreisen könnten, sagte Brigadier Konrad Kogler, EURO-Sprecher des Innenministeriums, am Freitag bei der Pressekonferenz der Host City. Ebenso viele Fans werden das kroatische Team unterstützen.

Am Vormittag hielt sich der Zustrom an den Grenzen noch in denselben. Für das Spiel wurden Kontrollen nicht nur an den Zugängen im Süden Richtung Kroatien, sondern auch Richtung Deutschland eingezogen. Wie viele Türken aber tatsächlich aus Deutschland anreisen, bleibe abzuwarten. Heinz Palme, EURO-Koordinator der Bundesregierung, sagte, das Public Viewing im Nachbarland starte mit dem Viertelfinale richtig durch. “In Köln gab es gestern ein volles Stadion.” So besteht die Möglichkeit, dass sich viele in Deutschland lebende Türken das Spiel ebendort ansehen werden.

Klar ist jedenfalls: “Es wird eine sehr lange Nacht – egal, wer gewinnt”, prognostizierte Oberst Christian Stella, Sprecher der Wiener Polizei. Und: “Ottakring wird sicher ein sehr interessanter Platz.” Der 16. Wiener Gemeindebezirk ist bekanntlich einer, in dem sowohl viele Kroaten als auch viele Türken leben, vor allem im Grätzl Ottakringer Straße – Brunnenmarkt. Stella betonte, dass die Volksgruppen friedlich miteinander leben.

Man gehe davon aus, dass das auch am Abend so bleibe, unabhängig vom Spielausgang. “Der Dialog mit den Fans steht im Vordergrund. Wir wollen die Fans nicht trennen”, so Stella. Man werde aber stark präsent sein und “aufzeigen, was erlaubt ist und was nicht”. Dazu werden bis zu 4.600 Polizisten im Einsatz sein, erstmals auch mit Kontingenten aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark. Außerdem werden 15 kroatische und vier türkische szenekundige Beamte sowie zehn (Kroatien) bzw. vier (Türkei) Uniformierte die heimischen Kräfte unterstützen.

Nicht zuletzt wegen der Feier nach dem Spiel liegt das Hauptaugenmerk der Polizei auf der Verkehrssituation. 12.000 Privatfahrzeuge erwartet die Exekutive. “Wenn die alle zum Stadion kommen, könnte es eine problematische Situation geben”, sagte Michael Takacs von der Landesverkehrsabteilung der Polizei und appellierte einmal mehr, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.

Zu Verkehrsanhaltungen könnte es kurzfristig immer wieder kommen, wenn die Fans aus Ottakring über die Josefstädter und die Alser Straße Richtung Innenstadt ziehen bzw. nach dem Spiel einen Zug durch die Stadt veranstalten. Ebenso sind Verkehrsbehinderungen auf der Ottakringer Straße selbst zu erwarten.

Auch zehn Lotsungen hat die Verkehrspolizei auf dem Programm. Darunter fallen abgesehen von den Teams selbst der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und sein kroatischer Amtskollege Ivo Sanader, der von seinem Innenminister und dem Sportminister begleitet wird. Die heimische Politikerriege wird von Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) angeführt.

Ein Ausblick auf das zweite Wiener Viertelfinalspiel zwischen Spanien und Italien am Sonntag: Die Polizei rechnet mit etwas weniger Fans als heute. Bis zu 150.000 könnten es werden, sagte Kogler. Ob der spanische König Juan Carlos wie von spanischen Medien berichtet kommt, sei offen. Weder Kogler noch Palme konnten dies bestätigen. “Vielleicht haben wir morgen die entsprechenden Informationen”, meinte Palme.

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