Wie Griechenland gerettet werden soll

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder haben in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Brüssel ein zweites Hilfspaket beschlossen, mit denen das hochverschuldete Griechenland aus der Krise kommen soll.
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Die Griechenlandhilfen umfassen bis 2014 alles in allem 159 Mrd. Euro, die Beteiligung privater Gläubiger und Schulden-Rückkauf inklusive. Mit dem zweiten Hilfspaket soll es der Regierung in Athen erleichert werden, den heute rund 350 Mrd. Euro großen Schuldenberg des Landes tragen zu können. Bis 2014 werden die gerichischen Schulden laut Plan um nur etwa 26 Mrd. Euro sinken. Griechenland soll durch die Vereinbarung aber instand gesetzt werden, zehn Jahre lang keine Kapitalmärkte in Anspruch nehmen zu müssen.

Der Zinssatz für die neuen Kredite soll von 4,5 auf auf 3,5 Prozent gesenkt werden, Griechenland soll anstatt wie bisher siebeneinhalb Jahre bis zu 30 Jahre Kredit erhalten. In den Genuss dieser Erleichterungen sollen auch Irland und Portugal bekommen, die ebenfalls Kredite aus dem Rettungsfonds erhalten.

Der provisorische Euro-Rettungsfonds EFSF, der sich auf Kapital und Garantien der Euro-Länder stützt und der Internationale Währungsfonds (IWF) übernehmen 109 Mrd. Euro. Im ersten Paket hatten einzelne Euroländer und der Währungsfonds 2010 110 Milliarden zugesagt, von denen bisher 65 Mrd. ausgezahlt sind.

Private Gläubiger wie Banken und Versicherungen sollen sich freiwillig verpflichten, ihre Investitionen in Griechenland-Anleihen zu verlängern, was bis 2014 rund 37 Mrd. Euro Euro bringen soll. Zudem ist geplant, dass der Euro-Rettungsfonds mit Abschlag Schulden von privaten Gläubigern zurückkauft. Hier wird auf eine Reduktion der Schulden in Höhe von 12,6 Mrd. Euro gehofft. Auf dem Markt notieren die Griechenland-Anleihen zu teilweise nur mehr 50 Prozent ihres Nominalwerts.

Die Ratingagenturen könnten durch den freiwilligen Verzicht privater Gläubiger eine Verschlechterung für die Investoren feststellen. Dann würden sie Athen einen “teilweisen Zahlungsausfall” (Selective Default/SD) bescheinigen. Dadurch könnten die griechischen Banken in Schwierigkeiten geraten, weil sie die Staatsanleihen Athens nicht mehr als Sicherheiten bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegen können.

Die EZB könnte griechische Sicherheiten aber selbst dann nehmen, wenn diese von den Agenturen als “Selective Default” eingestuft werden, sofern der EFSF zusätzliche Sicherheiten gibt, deutete EZB-Chef Jean-Claude Trichet schon nach dem Ende de Gipfels an. OeNB-Nowotny bestätigte dies am Freitag. Der Zahlungsausfall wird im kommenden Herbst, beim Beginn des Anleihen-Umtauschs erwartet und sopll idealerweise nur wenige Tage dauern.

Mit einer Art Marshallplan will die EU das Wachstum in Griechenland ankurbeln. Eine Expertengruppe wurde beauftragt, den griechischen Behörden dabei zu helfen, um Fördergelder bei der EU anzusuchen.

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